Kloster Maria Hilf vor dem Abriss

Sabine Vogt
An der Klosterstraße in der Nähe des Vinzenzheims befindet sich das Redemptoristen-Kloster, das abgerissen werden soll. Hier soll ein Altenpflegeheim gebaut werden. Foto: Ute Gabriel
An der Klosterstraße in der Nähe des Vinzenzheims befindet sich das Redemptoristen-Kloster, das abgerissen werden soll. Hier soll ein Altenpflegeheim gebaut werden. Foto: Ute Gabriel
Foto: WAZ FotoPool

Bochum. Die Redemptoristen haben ihr Kloster am Imbuschplatz vor einem Dreivierteljahr verlassen. Die Kirche hat ihr Grundstück verkauft an den Projektentwickler Skiba aus Herne, der dort ein Altenpflegeheim bauen und an den Markt bringen will.

Skiba als neuer Eigentümer will dabei mit dem direkten Nachbarn, dem St.-Vinzenz-Kinderheim zusammenarbeiten, um nicht allein den Klostergarten, sondern auch das Heimgrundstück zu überplanen zwecks künftiger gemeinsamer Nutzung der Fläche.

Vorgesehen ist ein Pflegeheim mit 80 bis 100 Plätzen, das vor allem auch das Johannesstift in Weitmar entlasten soll. „Wir sind zurzeit in der Bauprojektplanung, Details sind noch nicht festgelegt“, heißt es vom Investor. Im zweiten Schritt ist neben dem Pflegeheim eine Senioren-Wohnanlage geplant.

Stadthistorisches Kleingut

Fest steht, dass das alte Kloster für die Neubauten abgerissen werden soll. Das brachte die Verwaltung, genauso wie Politiker auf den Plan. „Wir haben kaum Denkmäler in der Innenstadt; das meiste ist bereits kaputt. Es wäre schade um dieses stadthistorische Kleinod. Wir sollten versuchen, wenn nicht die Kirche, so doch zumindest den Turm zu erhalten“, meint etwa Dr. Günter Levin (SPD).

Hans Hanke vom Westfälischen Amt für Denkmalpflege hält den Kirchturm für eine Landmarke und einen „historisch wichtigen Ort für Bochum“. Er will erfahren haben, dass ein Erhalt durchaus machbar wäre.

Appell an den Bauherren

Das sieht der Projektentwickler anders; der Turm allein sei statisch nicht sicher, wenn gleichzeitig die Kirche abgetragen würde. Und die ganze Kirche ließe sich nicht in die Neunutzung integrieren. Dazu Baudezernent Ernst Kratzsch (SPD): „Wir haben an den Bauherrn appelliert; auch der Stadt liegt der Turm am Herzen. Doch der ist auf eigenartige Weise ins Gesamtgebäude integriert, so dass er die Stabilität verlöre, wenn man alles ringsum einreißt.“

Aus Kratzsch’ Sicht ist das letzte Wort über den Kirchturm gesprochen. Die Stadt selbst hat keine Eingriffsmöglichkeit. Sie ist weder Eigentümer, noch steht das Kloster unter Denkmalschutz.

Dafür konnte die Stadt mit dem Projektentwickler aushandeln, dass die als ökologisch wertvoll geltenden Bäume im Klostergarten allesamt erhalten bleiben als Teil eines öffentlichen Grünzugs. Der Spielplatz des Kinderheims wird ein Teil davon.