Klinikverbund Bochum wird zu Christiane-Herzog-Centrum Ruhr

Bei der Gründung des Christiane-Herzog-Centrums Ruhr: (v.l.) Schauspieler und Stiftungspate Jörg Hartmann, Prof. Dr. Helmut Teschler (Ruhrlandklinik Essen), Dr. Uwe Mellies (Uni-Kinderklinik Essen), Prof. Dr. Manfred Ballmann (Uni-Kinderklinik Bochum) und Dr. Rolf Hacker (Christiane-Herzog-Stiftung).
Bei der Gründung des Christiane-Herzog-Centrums Ruhr: (v.l.) Schauspieler und Stiftungspate Jörg Hartmann, Prof. Dr. Helmut Teschler (Ruhrlandklinik Essen), Dr. Uwe Mellies (Uni-Kinderklinik Essen), Prof. Dr. Manfred Ballmann (Uni-Kinderklinik Bochum) und Dr. Rolf Hacker (Christiane-Herzog-Stiftung).
Foto: WAZ
Stephan Kruip müsste längst tot sein. Acht Jahre: Das war seine Lebenserwartung bei seiner Geburt. Kruip leidet an der Erbkrankheit Mukoviszidose. Heute ist er 48 Jahre. Das neu gegründete Christiane-Herzog-Centrum Ruhr will auch seinen Leidensgenossen ein langes und würdiges Leben ermöglichen.

Bochum.. 8000 Menschen in Deutschland sind an der Stoffwechselstörung mit dem schwer auszusprechenden Namen erkrankt. Ein zäher Schleim verklebt Lunge und Bauchspeicheldrüse. Es kommt zu Entzündungen; Gewebe und Organe werden zerstört. Am Ende fehlt den Menschen buchstäblich die Kraft zum Atmen.

Eine Heilung gibt es nicht. Doch die Forschung und verbesserte Therapien haben die Lebenserwartung deutlich nach oben geschraubt. Starben Mukoviszidose-Patienten früher im Kindesalter, werden sie heute im Durchschnitt 30 bis 40 Jahre.

Versorgungslücke bei Erwachsenen

„Das stellt uns vor neue Herausforderungen“, weiß Prof. Dr. Manfred Ballmann, der sich in der Kinderklinik an der Alexandrinenstraße auf die Behandlung der Erbkrankheit spezialisiert hat. Mit dem Universitätsklinikum Essen und der Ruhrlandklinik Essen hat er in den letzten drei Jahren ein gut funktionierendes Netzwerk geknüpft. 380 „Muko“-Patienten werden in dem Klinikverbund betreut: von der Geburtsdiagnose bis zur etwaigen Lungentransplantation.

Die Versorgung der erkrankten Kinder gilt gerade im Ruhrgebiet als vorbildlich. Doch glücklicherweise erreichen zwei von drei Patienten heute das Erwachsenenalter. „An deren Betreuung mangelt es noch“, konstatiert Dr. Rolf Hacker, Vorstand der Christiane-Herzog-Stiftung. Seit 1986 setzt sich die Stiftung – Lebenswerk und Vermächtnis der 2000 verstorbenen Ehefrau von EX-Bundespräsident Roman Herzog – für Mukoviszidose-Erkrankte ein. Fachkliniken in Berlin, Frankfur, Hannover und Dresden werden gefördert. Als bundesweit fünftes „Christiane-Herzog-Centrum“ kann nun der Bochum-Essener Klinikverbund auf jährlich sechsstellige Stiftungsgelder zurückgreifen. Ergänzend zur Basisversorgung sollen sie u.a. für Sportherapie und Schulungen verwendet werden.

Stephan Kruip weiß: „Gerade der Sport ist wichtig. Er stärkt Lunge, Muskulatur und Durchblutung.“ Vor zehn Jahren hat er mit Treppensteigen begonnen. Inzwischen läuft er Halbmarathon und erscheint topfit.

Ans Sterben verschwendet der Methusalem keinen Gedanken.

 
 

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