Kleiderkammer eröffnet heute

Sabine Vogt
Heute öffnet die neue Kleiderkammer in Hiltrop in einem ehemaligen Schlecker-Bau an der Straße Im Hagenacker. Dort können sich Flüchtlinge und bedürftige Nachbarn aus dem Bochumer Norden eindecken.
Heute öffnet die neue Kleiderkammer in Hiltrop in einem ehemaligen Schlecker-Bau an der Straße Im Hagenacker. Dort können sich Flüchtlinge und bedürftige Nachbarn aus dem Bochumer Norden eindecken.
Foto: FUNKE Foto Services
Das neue Angebot im leer stehenden Schlecker in Hiltrop ist nicht nur für Flüchtlinge gedacht. Menschen aus dem Bochumer Norden engagieren sich.

Hiltrop. Der ehemalige Name „Hiltrop hilft“ reicht längst nicht mehr aus für die Gruppe an Ehrenamtlichen, die sich in der Flüchtlingshilfe Gerthe-Hiltrop-Bergen engagiert. Und so steht nun „Der Bochumer Norden hilft“ für einen Neustart der Kleiderkammer, die fünf Monate lang in der St.-Joseph-Kirche in Hiltrop untergebracht war. Sie öffnet heute erstmals.

Im ehemaligen Schlecker-Flachbau an der Straße Im Hagenacker konnte die Flüchtlingshilfe jetzt eine Abgabestelle einrichten, zur Verfügung gestellt wurde sie vom Gemeinnützigen Bochumer Wohnungsbauverein auf Vermittlung von Roland Mitschke (CDU-Ratsmitglied).

„Unser altes Domizil im Kreuzgang der katholischen Kirche wurde zuletzt zu eng. Hinzu kam, dass wir den liturgischen Abläufen oft im Wege standen und räumen mussten“, erzählt Joachim Wedding, rühriges Mitglied der Flüchtlingshilfe.

Sprachunterricht und Hausaufgabenhilfe

Gegründet wurde sie, als in der Turnhalle Frauenlobschule letzten Oktober Migranten eingezogen waren. Die Heinrich-von-Kleist-Schule, die Frauenlobschule, die Anne-Frank-Realschule, die katholischen und evangelischen Kirchen im Bochumer Norden – alle saßen von Anfang an mit im Boot, sammelten Spenden für die Kammer. Doch längst geht die Hilfe viel weiter.

Es wurden Patenschaften übernommen, Familien finden Unterstützung, Kinder und Jugendliche erhalten Sprachunterricht und Hausaufgabenhilfe, auch beim Erstbezug einer Wohnung bleiben die Leute nicht allein. „Letzte Woche wurde die Turnhalle freigezogen, die Menschen kamen in andere Unterkünfte, etwa Wohlfahrtstraße oder Bövinghauser Hellweg, aber auch in Wohnungen. Wir begleiten sie weiter“, schildert Lisa Runtemund von der Frauenlobschule, deren 16-jährige Tochter ebenfalls engagiert ist. „Jetzt“, so sagt sie, „geht es nicht mehr um die Erstversorgung. Nun beginnt die Integration“.

Gabi Klussmann von der Heinrich-von-Kleist-Schule fasst zusammen, was Eltern, Lehrer und Schüler empfinden: „Wir waren froh, dass wir durch Herrn Wedding wussten, wie wir helfen können.“

"Mehr ist derzeit nicht drin"

In den Aufbau der neuen Kleiderkammer, die auch durchs Bistum Unterstützung fand, waren von Anfang an Flüchtlinge aus der ehemaligen Unterkunft Frauenlobstraße eingebunden, wie die Eheleute Aliyeva Seadet und Aliyev Mushfig aus Aserbaidschan. Ausdrücklich sollen mit dem Angebot, das Kleidung, Spielsachen, Fahrrädern und Haushaltsgeräten umfasst, nicht nur Flüchtlinge, sondern auch sonstige hilfebedürftige Menschen aus den Ortsteilen erreicht werden. Vorerst ist die Abgabestelle samstags nur von 11 bis 13.30 Uhr geöffnet. „Mehr ist derzeit nicht drin, wir sind noch dabei, das Team zu erweitern“, erklärt Joachim Wedding.

Denn wenn auch 60 bis 70 Leute in der Flüchtlingshilfe aktiv sind, die meisten von ihnen engagieren sich bereits in der persönlichen Betreuung der Flüchtlinge. Für die Entgegennahme von Spenden werden noch feste Öffnungszeiten festgelegt. Wedding: „Was wir besonders brauchen, sind Küchen- und Haushaltsutensilien.“