Klavierabend mit steiler Steigerungskurve

Im Thürmer-Saal/Theaterzentrum der Folkwang Universität gab mit Jacob Leuschner einer der profiliertesten und vielseitigsten deutschen Pianisten seiner Generation einen Klavierabend mit steiler Steigerungskurve. Die verlief dabei von routiniert bis virtuos.

Das mochte auch der Auswahl der Stücke geschuldet sein. Denn sowohl bei Beethovens Andante F-Dur als auch während Mozarts Fantasie für eine Orgelwalze und dessen Sonate A-Dur war Leuschners Spiel anzumerken, wie vertraut er mit diesen Stücken ist. Auf eine kurze bewusste Hinwendung folgte eine ebenso professionell versierte wie emotionsarme Interpretation der drei Kompositionen. Erst in der zweiten Hälfte, beginnend mit Maurice Ravels „Valses nobles et sentimentales“ wirkte Leuschner wacher. Mit deutlich mehr Elan und aufmerksamem Bewusstsein gab er sich bisweilen sogar ein wenig herausgefordert. Neben Franz Schuberts „Ländler“, Johann Strauss’ Walzer „Man lebt nur ein mal“ und Leopold Godowskys Symphonischen Metamorphosen über Themen aus „Die Fledermaus“ wirkte der erste Teil des Abends blass.

Bemerkenswert auch: Gerade bei seinen drei Zugaben gelang es Leuschner in nur wenigen Sekunden, die emotionale Tiefe der Kompositionen mit seinem Spiel zu transportieren. Bravo!

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