Kino Endstation in Langendreer stellt seine Filme online

Dominik Lenze
Nina Selig, Leiterin des Kinos Endstation, sitzt mit Laptop im Saal. Das Endstation bietet „Kino on demand“ an: Filme können privat gebucht werden.
Nina Selig, Leiterin des Kinos Endstation, sitzt mit Laptop im Saal. Das Endstation bietet „Kino on demand“ an: Filme können privat gebucht werden.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Neues Angebot „Kino on demand“: Arthouse-Meisterwerke zuhause gucken. Programm wechselt monatlich. Nutzer legen Ausleih-Konto an

Langendreer. Wenn du deinen Feind nicht besiegen kannst, verbünde dich mit ihm – eine Weisheit, die sich auch das Endstation-Kino zu Herzen genommen hat. Filmfreunde können nun Arthouse-Meisterwerke und andere Streifen bequem von zuhause aus gucken. Und zwar am Computer, über die Website des Kinos. „Kino on demand“ nennt sich das Prinzip.

Es ist kein Geheimnis: Im Internet ist fast jeder Film zu sehen, ob auf legalen Streaming-Seiten oder illegal. Im letzteren Fall auch oft schon vor Kinostart – was den Lichtspielhäusern zusetzt. „Es ist eine Ergänzung und ein Ausprobieren“, sagt Nina Selig, Leiterin des Endstation-Kinos über das Projekt. „Man kann ja die Augen vor der Realität auch nicht verschließen.“ Und das Online-Projekt bietet schließlich auch neue Möglichkeiten: „Filme, die es nicht ins Programm geschafft haben oder vor längerer Zeit liefen, doch immer noch gefragt sind, können nun auch so gezeigt werden“, so Selig.

Monatlich wechselndes Programm

Das Online-Kinoprogramm wechselt monatlich, stets gibt es verschiedene Filme zur Auswahl. Wie in seinem richtigen Programm zeigt das Endstation-Kino auch online sein Herz für Arthouse. Zurzeit sind unter anderem online: Das Drama „Drei Herzen“, die Western-Satire „My Sweet Pepper Land“ und „Amy“, eine Dokumentation über die im Drogenrausch verendete Soul-Sängerin Amy Winehouse. Die Doku zählt laut Selig zu den Dauerbrennern im Netz: „Amy“ und die Radfahrer-Doku „Pedal the world“ würden am häufigsten gestreamt.

Aus Kinosicht ist das Experiment mit dem Internet recht entspannt: Aktuelle Streifen sind natürlich nicht zu sehen, und um die Verhandlungen mit den Filmverleihern kümmert sich eine externe Firma. Die lädt die Filme dann – in Absprache mit den Verleihern – hoch, das Endstation-Kino wählt aus dem Angebot aus und die Gewinne gehen etwa zu gleichen Teilen an die Firma, das Kino und die Filmverleiher.

Seltene Perlen der Filmkunst

Angenehm: Anders als bei den bekannten Streaming-Diensten wie beispielsweise Netflix muss man hier kein Abo abschließen, nur ein Ausleih-Konto anlegen. Der Filmfreund bezahlt nur für das, was er gucken will, je nach Film kostet das zwischen etwa drei und fünf Euro. Zeitaufwand: Nur wenige Klicks.

Ein Vorteil gegenüber illegalen Streaming-Seiten ist, dass das Endstation-Kino auch hier eher seltene Perlen der Filmkunst präsentiert – die auf illegalen Seiten so gut wie gar nicht zu finden sind und wenn, dann in höchstens mittelmäßiger Bild- und Tonqualität.