Kein Erfolg

Zahl der Radfahrer auf Herner Straße steigt (30. 7.) Selten wurde die politische Deutungshoheit von Fakten so deutlich vorgeführt.

Es wird in der Überschrift des Artikels behauptet, die Radnutzung an der Herner Straße steigt. Vergleichszahlen, an denen diese Behauptung gemessen werden kann, werden aber gar nicht erst vorgelegt. Aha! Angeblich seien es 200 Radfahrer pro Tag. Genau nachgerechnet kommt man auf rd. 170! Das mal eben um 18 Prozent aufgerundet wurde – geschenkt! Sieht ja auch besser aus. 170 Radfahrer im Schnitt pro Tag stehen damit rund 20 000! Pkw pro Tag gegenüber (zu letzter Zahl: siehe Quelle IHK und Verkehrsmodell der Stadt Bochum - Herner Straße). Lkw sind hier noch nicht mal erfasst. Das heißt: Der jetzt gut ausgebaute Radweg holt noch nicht einmal ein Prozent der Verkehrsteilnehmer an der Herner Straße auf den Radweg. Gedeutet wird das aber allen Ernstes als Erfolgsmodell. Der rationale Betrachter deutet aus den vorgelegten Zahlen etwas anderes: Weiterer Radwegeausbau? Ja, denn das Rad ist ein alternatives Verkehrsmittel, besonders im Sommer. Aber vornehmlich dort, wo es für Radfahrer sicherer und mit Fahrvergnügen verbunden ist – nämlich auf Neben- und Parallelstraßen. Dann klappt es vielleicht auch mit den zwei Prozent!

Klaus Weitkämper