Karikaturisten trauern um Kollegen

Direkter Vergleich der Waffen.
Direkter Vergleich der Waffen.
Foto: Mandzel
Der gewaltsame Tod mutiger Redakteure des Satire-Magazins „Charlie Hebdo“ durch radikale Islam-Anhänger in Paris schockiert Bochumer Zeichner .

Die Nachricht des Attentats auf das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ in Paris traf auch Bochumer Kollegen der getöteten Karikaturisten wie ein Schlag gegen die Freiheit des Geistes. „Als mich die Nachricht gestern erreichte, stand ich unter Schock und ich stehe eigentlich immer noch unter Schock. Ich war so erschüttert, dass ich geweint habe“, sagt der Bochumer Arnd Hawlina, der schon viele politische Karikaturen für die Westfälische Rundschau und auch für die WAZ Bochum zeichnete.

Hawlina selbst sei viele Jahre schon Abonnement von „Charlie Hebdo“ und ein Fan französischer und belgischer Karikaturen, da beide Nationen als Mutterländer dieser Zeichnungskultur gelten. „Mir ist das alles sehr vertraut. Ich habe Freunde in Frankreich und spreche Französisch. Mir ging das sehr nah“, betont er. „Der Anschlag hat Europa im Allgemeinen gegolten und in Frankreich hat er sich zugespitzt“, so Hawlina. Er selbst ziehe die Grenze in seiner Arbeit da, wo religiöse Gefühle vorsätzlich verletzt würden, allerdings seien derartige Zeichnungen erlaubt und ebenso rechtens sei es, gegen diese Zeichnungen zu demonstrieren. „Doch niemals rechtfertigt so etwas Gewalt“, sagt er.

Große Gefahr der Dschihadisten

Der Bochumer Grafiker Waldemar Mandzel, der politische Karikaturen zeichnet, äußert „Entsetzen“ und sorgt sich um die Folgen dieses furchterregenden Ereignisses: „Pegida wird aus dem Blut ihren Nektar saugen und es wird auch auf die verschärfte Konfrontation von Rechten und Mohammedanern wirken“, vermutet er. Cartoonist Oli Hilbring nahm die traurige Wahrheit auf „mit Fassungslosigkeit und dem Gedanken: ein tiefschwarzer Tag für die Satire und die Meinungsfreiheit“.

Doch die Zeichner sind sich einig: Die Karikaturisten werden sich den kritischen Strich nicht verbieten lassen. „Ich glaube nicht, dass sie sich einschüchtern lassen, sondern, dass sie eine Trotzhaltung einnehmen und thematisieren, welche große Gefahr von den Dschihadisten ausgeht“, vermutet Mandzel.

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