Kandaouroff-Todesschütze gesteht alten Überfall auf 71-Jährige in Bochum

Diese Sturmhaube wurde von einem Zeugen in Tatortnähe des Hauses an dem Unternehmer Klaus Kandaouroff gefunden. Ihr hafteten DNA-Spuren an, die zumTodesschützen führten. Dieser hatte jetzt auch den brutalen Raubüberfall 2006 an einer damals 71-jährigen Bochumerin gestanden. Foto: Sascha Schuermann/ddp
Diese Sturmhaube wurde von einem Zeugen in Tatortnähe des Hauses an dem Unternehmer Klaus Kandaouroff gefunden. Ihr hafteten DNA-Spuren an, die zumTodesschützen führten. Dieser hatte jetzt auch den brutalen Raubüberfall 2006 an einer damals 71-jährigen Bochumerin gestanden. Foto: Sascha Schuermann/ddp
Foto: ddp

Bochum. Das Dattelner Tötungsdelikt Kandaouroff ragt nun auch nach Bochum hinein. Wie Staatsanwaltschaft Bochum und Polizei mitteilten, habe einer der drei Tatverdächtigen zugegeben, 2006 in Bochum einen Raubüberfall begangen zu haben, nach dessen Vorbild auch der Millionär Klaus Kandaouroff ausgeraubt werden sollte.

Der 80-jährige Geschäftsmann war im Mai 2010 in Datteln vor seinem Wohnhaus durch einen Kopfschuss getötet worden. Einer der ersten, der in der vergangenen Woche festgenommen wurde, ist ein 41-jähriger Mann aus Haltern. Der Kroate Mladen P. gilt laut Polizei als der Todesschütze. In seiner Vernehmung gab er jetzt zu, 2006 den Raubüberfall in Bochum begangen zu haben.

Mit Taschenlampe auf den Kopf geschlagen

In der Nacht vom 6. auf den 7. Januar war eine alleinstehende und wohlhabende Frau, damals 71 Jahre alt, in ihrem Einfamilienhaus an der Schillerstraße von zwei Männern überfallen worden. Sie drängten gegen 23 Uhr die Frau in ihr Schlafzimmer und fesselten sie mit zerrissenem Bettzeug.

Die Seniorin, so schilderte Andreas Wilming-Weber von der Polizei in Recklinghausen, war mit einer Taschenlampe auf den Kopf geschlagen und einem Messer aus ihrer Küche bedroht worden, um sie zu zwingen, die Aufbewahrungsorte ihres Schmucks preiszugeben. Die Täter machten Beute im Wert vom über 100 000 Euro. Die Frau hatte sich gegen 2 Uhr morgens selbst befreien und Nachbarn um Hilfe rufen können.

DNA auf Sturmmaske brachte Ermittler auf die Spur

Auf die Spur des Halterner Todesschützen war die Polizei über DNA-Spuren gekommen, die einer Sturmmaske in der Nähe des Kandaouroff-Tatorts anhafteten. Genau diese DNA war damals auch in Bochum am Messer sichergestellt worden. Der Tatverdächtige hat gegenüber der Polizei angegeben, auf die Frau aufmerksam geworden zu sein, weil er sie als Kellner mehrfach bedient hatte.

Andreas Wilming-Weber: „Es handelt sich um die gleiche Vorgehensweise. Auch Kandaouroff sollte gefesselt und ausgeraubt werden. Angeblich habe sich der Schuss versehentlich gelöst, als der Geschäftsmann mit der Waffe ins Haus gedrängt werden sollte.“

Mladen P. gibt an, die Beute des Bochumer Raubes sei längst ausgegeben, der Schmuck versetzt worden. Seinen damaligen Komplizen wolle er nur beim Vornamen kennen. Wilming-Weber: „Das halten wir für wenig glaubhaft.“ Der Bochumer Fall konnte 2006 nicht geklärt werden, das Verfahren war eingestellt worden und ist nun Teil der Mord-Ermittlungen.

 
 

EURE FAVORITEN