Kalkofe & Pastewka enttäuschen Fans beim Zeltfestival Ruhr in Bochum

Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka traten mit dem Gernsehclub on tour beim Zeltfestival Ruhr auf. Foto: Ingo Otto
Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka traten mit dem Gernsehclub on tour beim Zeltfestival Ruhr auf. Foto: Ingo Otto
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Zuviel Bekanntes präsentierten Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka bei ihrem Auftritt beim Zeltfestival Ruhr. Auf der Bühne gab es vor allem aufgewärmte, ältere Nummern und Einspieler aus Fernsehsendungen. Echte Fans dürften enttäuscht gewesen sein.

Bochum.. Die wahren Lachnummern im tristen TV-Alltag sind rar gesät. Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka zählen zur seltenen Gattung der Humoristen, die mit eigenem Format und neuen Formaten für herausragende Fernsehunterhaltung bürgen. Schade, dass sie dieses Renommee mit einer fragwürdigen Tour aufs Spiel setzen.

„Gernsehclub“ heißt ein vor drei Jahren in Berlin entwickeltes Bühnenprogramm. Das Konzept ist simpel. Populäre Comedians und Moderatoren (u.a. auch Michael Kessler von „Switch“ und Oliver Welke von der „heute show“) bitten zum bunten Fernsehabend. Gezeigt wird „das Beste“. Und das sind natürlich nur die eigenen Programme.

Alles sattsam bekannt

So auch am späten Samstagabend beim Zeltfestival Ruhr. Die rund 500 Besucher im ausverkauften Zelt 3 bereiteten dem gebürtigen Bochumer Bastian Pastewka (39) und Oliver Kalkofe (45) einen herzlichen Empfang. Was folgte, war fragwürdig, ja ärgerlich. Was teilweise schon mehrfach in der Glotze zu sehen und später als DVD verkauft worden war, wird für die Bühne als Drittverwertung aufbereitet.

Über die Leinwand flimmern Ausschnitte aus der Volksmusik-Satire „Fröhlicher Frühling“ mit Pastewka als Schleimbolzen Wolfgang Funzfichler, eine Folge aus „Pastewka“ sowie Klassiker aus den frühen Jahren von „Kalkofes Mattscheibe“.

TV-Konserven sattsam bekannt

Alles witzig, beim Zyniker Kalkofe mitunter genial. Dumm nur: Den allermeisten Zuschauern sind die TV-Konserven als Fans der beiden Komiker sattsam bekannt. So fühlt sich mancher, bis zu 15 Minuten dauernder Beitrag an wie ein nicht enden wollender Dia-Abend bei Onkel Klaus. Wer glaubt, für die 25 Euro Eintritt wenigstens die versprochenen „Einblicke hinter die Kulissen“ zu erhaschen, wird gleichfalls enttäuscht.

Kalkofe zitiert aus der Feindespost schimpfender Mattscheibe-Hasser und erzählt von seinem Kleinkrieg mit Witzeerzähler Fips Asmussen. Pastewka berichtete angewidert vom Abschiedskonzert der Flippers und verrät, dass eine geplante dritte Folge des Kinohits „Der Wixxer“ „Triple Wixxer“ heißen soll.

"Eitriges Furunkel am Arsch der Unterhaltung"

Nur bei der Zugabe bietet der „Gernsehclub“ exklusive Ware. Oliver Kalkofe kommentiert live die unsäglichsten Schnipsel aus den TV-Grausamkeiten „Gräfin gesucht“ und „Giulia in Love“. Hier, und nur hier lässt er seine alte Klasse als (O-Ton „Stern") "eitriges Furunkel am Arsch der Unterhaltung" aufblitzen.

Mehr davon. Aber dann wieder in der guten alten Glotze. Wer das Verblödungs-Fernsehen geißelt, sollte seine eigenen Fans nicht für blöd halten.

 
 

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