Justizzentrum Bochum wird 38 Millionen Euro teurer

Die Baustelle des neuen Justizzentrums. Der Bau soll 38 Millionen Euro teurer werden als bislang bekannt.
Die Baustelle des neuen Justizzentrums. Der Bau soll 38 Millionen Euro teurer werden als bislang bekannt.
Foto: Hans Blossey
Pünktlich zum Richtfest am Montag wird bekannt, dass das Justizzentrum in Bochum teurer als erwartet wird. 145 Millionen Euro soll es kosten.

Bochum. „Alles, was in Bochum Justiz ist, wird zum Neubau am Ostring verlagert!“ – Mit diesen Worten stellte Helmut Heitkamp, Niederlassungsleiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB), im Sommer 2007 Pläne für das neue Justizzentrum Bochum vor. 50 Millionen Euro seien für das Projekt veranschlagt, hieß es damals. Wenn nun am Montag, 23. März, fast acht Jahre später, Richtfest gefeiert wird, steht das Projekt mit fast 146 Millionen Euro in den Büchern des BLB.

Nach Informationen dieser Zeitung weist eine interne Aufstellung des BLB derzeit für das Justizzentrum Bochum Kosten in Höhe von 145 782 000 Euro aus. Das sind rund 38 Mio Euro mehr als 2010 vom Verwaltungsrat des BLB genehmigt worden waren. Öffentlich, beim Spatenstich im November 2012, war dann auch längst von einem 100-Mio-Euro-Bauprojekt die Rede. Zusätzliche sieben Millionen Euro für Zinsen waren da bereits einkalkuliert.

Planung war unrealistisch

„Der Investitionsantrag für das Justizzentrum Bochum, der noch unter der Vorgängerregierung im März 2010 im Verwaltungsrat gestellt wurde, war sowohl hinsichtlich des Planungszeitraums als auch der Kostenplanung unrealistisch. Mit Bekanntwerden der Fehleinschätzungen wurden die Planungen überarbeitet“, teilte eine Sprecherin des NRW-Finanzministeriums auf Anfrage der WAZ mit.

Der BLB informiert indes auf seiner Homepage, dass schon 2010 ein Kostenrisiko von 30 Prozent benannt und schon vor dem Spatenstich das genehmigte Volumen auf 128 Mio Euro erhöht worden sei. Kommuniziert wurde dies bei offiziellen Termine bislang aber nicht. Auch Fragen dieser Zeitung zum aktuellen Sachstand und zur satten Kostenüberschreitung blieben bis Freitagabend unbeantwortet.

Minister Kutschaty kommt Montag zum Richtfest

Das Richtfest am Montag wäre demnach eine gute Gelegenheit, der Öffentlichkeit plausibel zu erklären, warum Neubauten des BLB selten im Kosten- und Zeitrahmen bleiben. Helmut Heitkamp erwartet zur Feier am Ostring zahlreiche interessierte Gäste. Sprechen werden NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD), BLB-Geschäftsführer Martin Chaumet und Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD).

Im neuen Justizzentrum, das Ende 2016, ein Jahr später als beim Spatenstich geplant, fertig sein soll, werden künftig Amts- Land- und Arbeitsgericht sowie die Staatsanwaltschaft untergebracht sein – mit mehr als 750 Angestellten der Behörden und 330 Referendaren.

 
 

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