Junge Einbrecher freigelassen – Bürger und Polizei verärgert

Sinan Sat
In Bochum wurden zwei Einbrecher (18/20) ohne festen Wohnsitz gefasst – und waren schnell wieder auf freiem Fuß.
In Bochum wurden zwei Einbrecher (18/20) ohne festen Wohnsitz gefasst – und waren schnell wieder auf freiem Fuß.
Foto: dpa
In Bochum wurden Einbrecher laufen gelassen. Der Staatsanwalt hatte keine U-Haft beantragt, obwohl die Männer keinen Wohnsitz in Deutschland haben.

Bochum. Ein Einbruchsdelikt und seine Folgen sorgen für Empörung. Im Meinungsforum auf www.waz.de und auf unseren Facebook-Seiten ärgern sich viele Leser über die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Bochum, keinen Haftantrag für zwei kroatische Einbrecher gestellt zu haben, die keinen festen Wohnsitz in Deutschland haben. Wir hatten über den Fall berichtet.

Die Staatsanwaltschaft hatte erklärt, dass es sich bei den beiden Einbrechern um Heranwachsende (18 und 20 Jahre alt) handele und sie nicht vorbestraft seien. Aus Gründen der „Verhältnismäßigkeit“ habe man sich gegen einen Untersuchungshaft-Antrag entschieden. Denn die zu erwartende Strafe nach Jugendstrafrecht (Freizeitarrest) sei mit der vorübergehenden Gewahrsamnahme schon fast verbüßt.

Polizeigewerkschafter fordert schärferes Strafrecht

Viele Leser und auch Klaus K., bei dem eingebrochen worden war, halten diese Entscheidung für falsch und glauben, dass die Täter schon längst über alle Berge sind und niemals vor Gericht erscheinen werden.

"So etwas frustriert auch uns Polizisten ungemein", erklärt Holger Richter, Kreisvorsitzender der Polizeigewerkschaft GdP. Richter betont im Gespräch mit unserer Redaktion, dass er sich zwar nicht konkret zu dem Fall der beiden Kroaten äußern kann, Ähnliches aber zur Genüge kenne. "Mit normalem menschlichem Sachverstand sind solche Entscheidungen nicht nachzuvollziehen. Es gibt Tage, an denen nehmen meine Kollegen drei Mal denselben Täter fest, weil er wieder laufen gelassen wurde."

Das deutsche Strafrecht sei zu "moderat", ärgert sich der Gewerkschafter. Es gebe mitunter eine große Diskrepanz zwischen gefühlter Gerechtigkeit und dem, was das Gesetz als Strafmaß vorsieht. Holger Richter fordert von der Politik daher ein "schärferes Strafrecht".

"Wir wissen, dass uns in Bochum die Einbruchskriminalität aus den Fingern geglitten ist und wir arbeiten mit aller Macht daran, dies wieder zu ändern", räumt der Polizeihauptkommissar ein. "Aber wenn wir dann trotz der personellen Engpässe Erfolge verbuchen und die Täter laufen gelassen werden, dann macht uns das große Sorge und sorgt für Frustration."