Jugendhilfe: Aufklärung über eingesetzte Kräfte stockt

Die Aufarbeitung individualpädagogischer Maßnahmen der Life Jugendhilfe GmbH im Auftrag des Jugendamts Bochum scheint in eine Sackgasse geraten zu sein. Den Auftrag des Rats, in allen Fällen zu prüfen, ob die von Life tatsächlich eingesetzten Betreuungskräfte pädagogische Fachkräfte waren oder eine vergleichbare Qualifikation nach deutschem Maßstab hatten, kann die Verwaltung nicht erledigen.

In einer Mitteilung an den Jugendhilfeausschuss heißt es, da Life sich darauf berufe, nicht berechtigt zu sein, personenbezogene Daten an Dritte weiterzuleiten, sei die Aufarbeitung der Fälle nicht möglich. Aus der Weigerung der Life GmbH, deren Gründer und Geschäftsführer SPD-Ratsherr Gerd Lichtenberger ist, hat die Stadt bereits Konsequenzen gezogen und die Zusammenarbeit beendet (die WAZ berichtete).

Nachdem ein Bericht des Rechnungsprüfungsamts Mängel bei der Dokumentation intensiv sozialpädagogischer Maßnahmen, aber auch bei der Qualitätssicherung, der Auswahl von Trägern sowie fehlende ärztliche Stellungnahmen festgestellt hatte, kündigt die Verwaltung Korrekturen an. Die meisten sollen bis März umgesetzt werden. Dazu gehöre, so heißt es in der Mitteilung: „Die Qualifikation der Betreuer ist künftig vom Träger der Einleitung der Maßnahme nachzuweisen.“ Bei der Qualitätskontrolle soll es auch stichprobenartige Kontrollen einzelner vereinbarter Leistungen geben.

Bochumer Träger bevorzugt

Kritik hatte es auch an den vom Jugendamt mit der Life GmbH geführten Entgeltvereinbarungen gegeben. Dazu soll es nun eine Qualifizierungsmaßnahme geben. Bei Jugendhilfeleistungen, die vor Ort erbracht werden können, sollen Bochumer Träger weiter besonders berücksichtigt werden. Nur wenn es für den Bedarf eines Kindes oder Jugendlichen kein Angebot gebe oder aus pädagogischen Gründen eine Hilfe zur Erziehung außerhalb Bochums geleistet werden müsse, sollen auch nicht ortsansässige Träger in Betracht gezogen werden.

Die hohe Fluktuation von Mitarbeitern im Sozialen Dienst, seit 2007 haben 63 Sozialarbeiterinnen den Sozialen Dienst verlassen – davon nur 18 aus Altersgründen, wird begründet mit der besonderen Belastung. Berichtet wird von „erheblichen psychischen Begleiterscheinungen“. Die zahlreichen personellen Wechsel seien landesweit ein Problem in den Jugendämtern.

 
 

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