Jox ist für einen Jux zu haben

Stephanie Jungwirth
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Für Furore sowohl in Bochum als auch im Internet sorgte in den vergangenen Tagen die Streetart-Aktion eines anonymen Künstlers. In der Innenstadt waren Wahlplakate verschiedener Parteien mit dem Portrait des Internet-Phänomens „Grumpy Cat“ und dem Zusatz „NO.“ überklebt worden. Teilweise führte dies zu durchaus kuriosen Bildern, so prangte zum Beispiel das AfD-Plakat mit dem Slogan „Wir brauchen Sie, Bochum braucht uns!“ direkt über dem „NO.“ des mürrischen Katzenkonterfeis.

Besonders ins Auge stach auch das Antlitz von CDU-Ratsmitglied Dr. Stefan Jox, dessen Wahlplakat im Stile des „HOPE“-Posters umgestaltet war, das 2008 in Barack Obamas Wahlkampf berühmt geworden war. Direkt neben der Grummelkatze klebend ergab sich das Statement „NO HOPE“ (keine Hoffnung).

Die WAZ hat den Urheber der Aktion ausfindig gemacht. Der Angestellte einer Bochumer Technologieagentur möchte anonym bleiben, gibt aber bereitwillig Auskunft zu seiner Aktion. Geboren wurde die Idee „aus großem Frust über die lokale Politik und die aggressive Wahlwerbung“, wie der Street Artist sagt. „Allerdings soll die Aktion nicht politisch sein, ich habe einfach alles überklebt, was in Reichweite war.“ Innerhalb eines Abends habe er ungefähr die Hälfte der 200 Drucke aus eigener Produktion in der City verklebt und auch Reaktionen mitbekommen. „Ich wurde gesehen und war mir der Tatsache bewusst, dass es sich um Sachbeschädigung handelt. Negatives habe ich aber nicht erlebt, die Leute haben höchstens Bilder mit ihren Handys gemacht.“

Alles andere als negativ reagierte der unfreiwillig zum Internetstar gewordene Dr. Stefan Jox. Das CDU-Ratsmitglied sorgte bereits in der Vergangenheit mit seinen Wahlplakaten in den sozialen Netzwerken für Diskussionen. Diesmal nicht mit dem Original, sondern mit der leicht abgewandelten Fassung.. „Ich war überrascht, dass solche Plakate produziert worden waren. Ich finde die Plakate sehr gelungen und von hohem künstlerischen Wert“, so der Politiker. Die Frage, ob er oder seine Partei Sanktionen wegen Sachbeschädigung einleiten werden, verneint er: „Da gibt es keine Veranlassung. Ich sehe das nicht als Angriff.“

Genau so will es auch der Künstler verstanden wissen: „Die Aktion war nicht böse gemeint.“