Initiative für Religionsfreiheit - Reden statt beten

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Sie wollen Glauben zur Privatsache machen und fordern einen säkularen Staat: die Initiative Religionsfrei im Revier.

Bochum.. Religion schön und gut, „aber als Atheist fühle ich mich in Deutschland oft ausgegrenzt uns benachteiligt“, ärgert sich Jörg Schnückel. Deshalb engagiert sich der 49-Jährige bei der Initiative Religionsfrei im Revier. Jeden vierten Freitag im Monat treffen sich im Kulturzentrum Bahnhof-Langendreer Menschen, die am liebsten nichts mehr mit Religion am Hut haben wollen.

Klar, dass das etwas anders abläuft, als die Sonntagsmesse in der katholischen Kirche. Zwischen 10 und 20 „Religionsgegner“ sitzen im Kreis und Unterhalten sich – über Religion. Dabei sind Lehrer, Psychologen und Arbeiter, knien und beten muss hier keiner. Schnückel selber trägt ein T-Shirt mit Schafen, gefangen in einem Lattenkreuz, darunter der Spruch: „Austreten, jetzt!“.

"Kirche als Institution ist fragwürdig"

„Gegen persönlichen Glauben habe ich gar nichts“, stellt er klar, „aber die Kirche als Institution ist schon fragwürdig“. Sein eigentliches Ziel ist aber nicht etwa die Kirche abzuschaffen, „ich will zum Nachdenken anregen“. Er selbst hat damit so richtig erst 2009 angefangen, „da habe ich „Der Gotteswahn“ von Richard Dawkins gelesen“, erinnert er sich. Da sei ihm klar geworden wie viel in Deutschland falsch laufe – im März 2010 gründete er mit Gleichgesinnten die Initiative.

„Wir fordern einen säkularen Staat“, erklärt Schnückel. Die Missstände aus seiner Sicht: Die beiden Großkirchen erhalten neben Kirchensteuer jährlich 19 Milliarden Euro aus Steuergeldern, viele Menschenrechte werden von den Kirchen ignoriert (Homosexualität) und „Ehrfurcht vor Gott“ ist in NRW noch oberstes Bildungsziel.

Zur Zeit beschränkt sich Arbeit der Initiative auf Infostände und Autoren-Lesungen, „In Zukunft wären einige kreative Aktionen nicht schlecht“, findet Schnückel.

 
 

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