In die Hausapotheke gehören weniger Medikamente als viele annehmen

Verbraucherberaterin Iris Markowski (re.) begutachtete die Hausapotheke von Silke Benscheidt.
Verbraucherberaterin Iris Markowski (re.) begutachtete die Hausapotheke von Silke Benscheidt.
Foto: Gero Helm
Eine Hausapotheke ist zwar wichtig, aber die Zahl der Medikamente und Hilfsmittel, die hinein gehören, ist geringer, als manche glauben. Das zeigte der WAZ-Verbraucher-Check, bei dem eine vierköpfige Familie in Bochum ihre Hausapotheke inspizieren ließ. Die Devise lautet: Regelmäßig ausmisten.

Bochum. „Nicht schlimm. So sieht es fast in jedem Haushalt aus.“ Iris Markowski lächelt milde, als Silke Benscheidt mit erkennbar schlechtem Gewissen den Hängeschrank über der Küchenanrichte öffnet. Ein Sammelsurium an Pillen und Pasten, Tuben und Tüten wird sichtbar. „Da müsste mal wieder aufgeräumt werden“, sagt die Frau des Hauses. „Richtig“, sagt die Expertin und macht sich an die Arbeit.

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„Wir schauen in Ihre Hausapotheke“, hieß es beim dritten WAZ-Hausbesuch. Silke Benscheidt (44) gewährte Beraterin Iris Markowski an der Adalbertstraße in Hamme Einblick in ihr Erste-Hilfe-Reservoir. Das fällt üppig aus. Kein Wunder bei einer lebhaften vierköpfigen Familie mit zwei Kindern im Teenageralter. Zwar sind weder die Eltern noch Lea (17) oder Malte (15) chronisch krank. Der Notfallvorrat quillt dennoch über.

Weniger ist mehr

Den ersten Fehler macht Iris Markowski schon vor ihrer Inspektion aus. „Die Küche ist für eine Hausapotheke ebenso ungeeignet wie das Bad.“ Der Raum müsse möglichst kühl und trocken sein. Das ist in der Regel das Schlafzimmer. Dort reicht meist eine Schublade aus. Es gilt: Weniger ist mehr.

Akribisch macht sich die Fachfrau ans Aussortieren. Als Erstes verschwinden die Bonbons und Pastillen, die sich als Apotheken-Dreingabe in die Hausapotheke verirrt haben. Es folgen unter anderem Vitamintabletten, abgelaufene Desinfektions- und Abführmittel und vereinsamte Tablettenblister ohne Haltbarkeitsdatum. Gnadenlos ist sie auch bei den Fläschchen mit Nasen- und Augentropfen: „Nach einmaligen Gebrauch darf man die Tropfen nicht erneut verwenden. Deshalb sind einzelne Ampullen sinnvoller.“

Der Müllhaufen wird größer

Die Hausapotheke leert sich zusehens; der Müllhaufen wird größer. Ein Lob für die Benscheidts hält die Beraterin gleichwohl bereit. Arzneien gegen Fieber, Schmerzen, Durchfall, Husten und Schnupfen, Wund- und Heilsalbe, ein Fieberthermometer, Pflaster und Verbandszeug: Die Grundversorgung für alle kleineren und größeren Wehwehchen ist gesichert – und das fortan übersichtlich.

Check bestanden. Drei Dinge will Silke Benscheidt alsbald beherzigen: die Hausapotheke häufiger ausmisten. Regelmäßig aufs Haltbarkeitsdatum achten. Und einen Zettel mit allen wichtigen Notfalladressen und -telefonnummern mit ins Schränkchen legen.

Eine Empfehlung hat sie bereits befolgt. Kurz nach dem WAZ-Check benötigte Tochter Lea Augentropfen. Mama orderte in der Apotheke diesmal keine Flasche, sondern eine Packung mit Ampullen. Die halten noch monatelang.

 
 

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