In Bochum sind Paketboten auf Dreirädern unterwegs

Irene Allerborn
Alexander Eiskirch und Markus Grosche (l.) präsentieren ihre auffälligen, strombetriebenen Dreiräder.
Alexander Eiskirch und Markus Grosche (l.) präsentieren ihre auffälligen, strombetriebenen Dreiräder.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Aktuell nutzt die Firma Velocarrier zwei Dreiräder, zukünftig sollen es acht sein
  • Sie sind mit einem elektronischen Motor ausgestattet und können bis zu 150 Kilogramm transportieren
  • Die Radfahrer holen die Pakete bei den Kunden Zuhause ab

Bochum. Seit Anfang des Monats sieht man sie auf Bochumer Straßen: die roten Dreiräder mit einem installierten Anhänger. So manchen Passanten versetzen die ungewöhnlichen Fahrräder ins Staunen. Mit dem auffälligen Gefährt will die Firma Velocarrier eine Alternative zu Paketdiensten anbieten, die auf herkömmliche Transporter angewiesen sind.

Elektrischer Motor

„Mit den Rädern können wir bis zu 150 Kilogramm transportieren. Das sind zwei Waschmaschinen“, sagt Markus Grosche, Geschäftsführer des jungen Unternehmens. Ob man da als Fahrer nicht ins Schwitzen kommt? „Die Räder sind mit einem elektrischen Motor ausgestattet. Da sind auch die Hügel in Stiepel kein Problem“, sagt er. Etwas wackelig fährt sich das Rad, wenn man als Laie zum ersten Mal drauf steigt. Doch die professionellen Fahrer sind im Straßenverkehr ganz sicher.

Die Radfahrer holen die Pakete bei den Kunden Zuhause ab und bringen sie, wenn es sein muss, auch bei Wind und Wetter innerhalb von 90 Minuten zu dem gewünschten Ziel in Bochum. „Wir sind aber kein Fahrradkurierdienst“, sagt Grosche. Velocarrier richtet Umschlagplätze ein, die als Anlaufstelle für Fahrradboten dienen sollen.

Der geschäftige Unternehmer, der nebenbei eine Firma für Musikanlagen führt und seit 30 Jahren selbstständig ist, setzt auf das Motto „Shoppen ohne Schleppen“. Sein Unternehmen kooperiert mit den Bochumer Originalen, einem Zusammenschluss von Bochumer Fachhändlern. Kunden sollen nach Lust und Laune einkaufen können, ohne sich um den Transport ihrer Ware nach Hause sorgen zu müssen.

„Dann fährt man auch eher mal mit dem Fahrrad in die Stadt, statt mit dem Auto. Und Parkgebühren spart man auch noch“, sagt Grosche. Alexander Eiskirch, Sprecher der Bochumer Originale, freut sich über die Kooperation mit Velocarrier. Die Zusammenarbeit stärke nicht nur die regionale Wirtschaft in Bochum. „Für uns ist es eine Herzensangelegenheit, mit Velocarrier zusammen zuarbeiten. Wir finden das Projekt unterstützenswert, weil wir damit einen gesellschaftlichen Beitrag leisten“, sagt er.

Fahrradfreundliche Stadt

Die Räder stoßen kein CO2 aus und sind geräuscharm. Mit den Lasten-Bikes soll der Autoverkehr auf Bochumer Straßen entschleunigt werden.

Doch wie reagieren Autofahrer auf die übergroßen Fahrräder? „Bisher hat mich noch niemand angehupt“, sagt Grosche. Er freut sich: das Fahren im Straßenverkehr liefe besser als gedacht und sei völlig unproblematisch. Das liege auch an der Infrastruktur vor Ort.

„In Bochum gibt es viele Radwege. Das erleichtert uns die Arbeit doch sehr“, sagt er. Bisher sind erst zwei Räder des Unternehmens im Einsatz. Markus Grosche aber ist sehr zuversichtlich: In Zukunft soll der Bestand auf acht Stück erhöht werden.