In Bochum gibt es nur noch ein Dutzend Züchter

Die Rassekaninchenzucht in Bochum beklagt einen rasanten Niedergang. „Zu den Hochzeiten in den 70er Jahren gab es hier 40 Vereine mit über 500 Züchtern“, sagt Detlef Schoppmeier (60), Vorsitzender des Kreisverbandes. Inzwischen ist es nur noch ein Häuflein Aufrechter (allesamt „alte Hasen“), das gewährleistet, dass die Ruhrgebiets-Tradition nicht komplett stirbt.

Drei Vereine existieren noch: in Weitmar, Werne/Laer und Langendreer. „Die Zahl der Mitglieder ist auf 32 geschrumpft, darunter ein Dutzend aktive Züchter“, schildert Schoppmeier. Die vor drei Jahren noch zwölfköpfige Jugendgruppe existiere „nur noch auf dem Papier. Junge Menschen haben heute andere Interessen – zumal die Zucht mit Arbeit verbunden ist“. Und: „Der heutige Wohnungsbau lässt kaum noch Möglichkeiten, daheim Kaninchen zu züchten. Das war früher in den alten Zechensiedlungen ganz anders.“

Statt in Kneipensälen oder Turnhallen („Da will man uns aus Hygienegründen nicht mehr“) organisiert der Verband die Zucht- und Rammlerschauen seit 2014 im Reit- und Fahrverein in Werne. Die Zeiten, in denen das abgezogene Fell der Tiere verwertet und bei den Ausstellungen verkauft wurde, sind zumindest in Bochum vorbei. „Bis vor wenigen Jahren fertigte die Frauengruppe Mäntel, Jacken oder Kissen an“, berichtet Detlef Schoppmeier. Doch: „Unsere Frauengruppe gibt es nicht mehr.“

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