In Bochum gibt es ein Wiedersehen mit Jim Knopf & Co.

Jürgen Boebers-Süßmann
Blick in einen der Ausstellungsräume im Haus Kemnade. Die Marionetten werden in Vitrinen gezeigt, die das bekannte „Puppenkisten“-Outfit haben.
Blick in einen der Ausstellungsräume im Haus Kemnade. Die Marionetten werden in Vitrinen gezeigt, die das bekannte „Puppenkisten“-Outfit haben.
Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services
  • Im Haus Kemmnade werden Puppen der Augsburger Puppenkiste ausgestellt
  • Die Ausstellungwird am Sonntag, am Tag des offenen Denkmals um 11 Uhr eröffnet
  • Die Marionetten werden bis Februar 2017 zu Gast sein

Bochum. Die berühmte Augsburger Puppenkiste macht mit einer familiengerechten Ausstellung im Haus Kemnade Station. Geboten wird viel mehr als nur die Erinnerung an „Urmel aus dem Eis“ oder „Jim Knopf und die wilde 13“.

Erinnerungen werden wach

„Eine Insel mit zwei Bergen/Und dem tiefen, weiten Meer/mit vier Tunnels und Geleisen/und dem Eisenbahnverkehr...“: Wohl jeder kennt das „Lummerland“-Lied aus der liebenswerten TV-Produktion „Lukas, der Lokomotivführer“, die seit Jahrzehnten kleine und große Puppenspiel-Fans begeistert. Dass diese seit den 1960er Jahren berühmt gewordenen Fernsehproduktionen aber nur eines von vielen künstlerischen Angeboten in Oehmichens Marionetten-Theater sind, das wissen die wenigstens. Hier kann und will die Ausstellung gern „Nachhilfeunterricht“ leisten.

Der fällt natürlich sehr unterhaltsam, aber eben auch recht informativ aus. Neben all den guten, alten Bekannten – wie der Lokomotive Emma und Frau Waas, der Kaufladen-Besitzerin – sind nämlich auch Puppen und Figuren ausgestellt, die in weiteren Produktionen der Augsburger Bühne vorkommen.

So blickt man erstaunt in die Gesichter von Königen und Bettlern, eines Mäusefräuleins, einer Tänzerin und verschiedenen spukhaften Gestalten. „Das ganze Spektrum unserer Puppenbühne wird präsentiert“, erläutert Puppenspieler Hans Kautzmann, der die Augsburger Puppenkisten nach Bochum gebracht hat. „Puppenkisten“ ist übrigens der richtige Ausdruck, denn die Figuren, Marionetten und Bühnenbilder sind in eben den aus dem TV bekannten Holzkisten verpackt, die gleichzeitig in geöffnetem Zustand als Ausstellungsvitrinen fungieren.

Nicht nur eine Kinderbühne

Die Augsburger Puppenkiste ist nämlich keineswegs „nur“ eine Kinderbühne, und die frei dekorierten Puppen aus den Spielbereichen Kabarett und Schauspiel belegen es. Tatsächlich sind im Augsburger Theater regelmäßig auch Bühnen-Adaptionen zu sehen, etwa von Büchners „Leonce und Lena“ oder Strindbergs „Traumspiel“. An einem Extratisch gewinnt man einen Eindruck von der aufwendigen handwerklichen Arbeit, die für die Fertigung der Marionetten – allesamt Unikate – nötig ist.

Die Schau in der Burg wird am Sonntag beim Tag des offenen Denkmals eröffnet. Auf Einladung des städtischen Kulturbüros und des Fördervereins Haus Kemnade werden die Marionetten bis Februar 2017 zu Gast sein. Da gibt es sicher für viele so manche Gelegenheit zum Wiedersehen mit Jim Knopf & Co. Ach ja: die bekannten TV-Produktionen wie „Urmel im Schloss“ werden in einem Extraraum natürlich auch gezeigt. Auf Video.