IHK Bochum baut Personal ab, weil Mitglieder weniger zahlen

Helge Kondring
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18 von insgesamt 82 Stellen sollen bis Mitte 2016 bei der IHK Mittleres Ruhrgebiet wegfallen. Die Einnahmen sind rückläufig.

Bochum. Die Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet baut aus Kostengründen bis Mitte 2016 insgesamt 18 ihrer 82 Stellen ab. Sechs Mitarbeiter wurden zum Jahresende 2014 „fristgerecht und betriebsbedingt“ gekündigt, und zwölf Anstellungsverträge mit Befristungen zwischen Ende März 2015 und Jahresmitte 2016 werden nicht verlängert.

Wie der Pressesprecher der IHK, Jörg Linden, bestätigte, soll mit dieser Maßnahme die Kostenstruktur des „politischen Sprachrohrs der heimischen Wirtschaft“ den für 2015 erwarteten Mindereinnahmen aus Beiträgen von rund 30 000 kleinen und großen Mitgliedsunternehmen angepasst werden.

Die angeblich gute Konjunktur bundesweit sei von der Gewinnseite bei vielen Mitgliedsfirmen bisher nicht angekommen, so Linden weiter. Und da die gesetzlich vorgeschriebene Rücklage für solche Situationen höchstens zur Hälfte eingesetzt werden könne, sehe sich die IHK zum Personalabbaus gezwungen. Man werde sich vor allem von freiwilligen Leistungen etwa auf dem Gebiet der Beratung trennen. Keinesfalls betroffen seien „hoheitliche Aufgaben“ der IHK im Bereich der Ausbildung bzw. der Unterstützung der Mitglieder, die auf Exporte ihrer Leistungen angewiesen seien.

Defizit von einer Million Euro Ende 2015 möglich

Ohne eine Anpassung der Kostenstruktur sei ein Defizit von einer Million Euro Ende 2015 möglich. Kein Wunder, wenn nur noch die Hälfte der Mitgliedsfirmen aufgrund ihrer Gewinnsituation in der Lage ist, Beiträge zu entrichten. So habe der Autokonzern Opel die letzten Jahre wegen der schlechten Gewinnsituation weder Gewerbesteuer an die Stadt noch Beiträge an die IHK abgeführt.

Am Freitagmorgen (19. Dezember) sollte vor dem Arbeitsgericht Bochum die Kündigungsschutzklage einer Mitarbeiterin aus dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit im Gütetermin verhandelt werden. Doch der Saal blieb leer, weil sich die Parteien einen Tag vorher auf „außergerichtliche Vergleichsgespräche“ verständigt hatten.