Hunderte Menschen demonstrieren in Bochum gegen Waffengewalt

Nadja Juskowiak
Zur Partnerschaft mit Russland riefen die Teilnehmer eines Friedenskundgebung am Samstag in der Bochumer Innenstadt auf.
Zur Partnerschaft mit Russland riefen die Teilnehmer eines Friedenskundgebung am Samstag in der Bochumer Innenstadt auf.
Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services
Bis zu 500 Aktivisten der Friedensbewegung haben in Bochum gegen Waffengewalt und für eine Partnerschaft mit Russland demonstriert.

Bochum war Schauplatz einer von vier Demonstrationen, die die Friedensbewegung am Samstag im Rahmen ihres „Friedenswinters“ bundesweit organisierte.

Beim größten Protest in Berlin zogen etwa 4000 Menschen zum Schloss Bellevue, um Bundespräsident Joachim Gauck „den Stahlhelm abzunehmen und ihn aufzufordern, Verantwortung zu übernehmen und humanitäre Hilfe zu leisten anstatt nach Waffen zu rufen“, wie die Düsseldorfer Friedensaktivistin Kristine Karch in Bochum sagte.

„Partnerschaft statt Feindschaft mit Russland“

Vor dem Bochumer Rathaus fanden sich ab dem Mittag rund 300 Menschen ein, um gegen die Kriege in der Welt und vor allem gegen die internationale Waffengemeinschaft in der NATO zu demonstrieren. Ein Junge malte mit Kreide eine Friedenstaube auf den Asphalt. Während des Zugs durch die Innenstadt sei die Anzahl der Teilnehmer, laut Aussage der Polizei, auf etwa 500 Teilnehmer angestiegen.

Auf der Bühne ergriff der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Wolfgang Gehrcke, das Wort. Eine seit Jugend andauernde Freundschaft zum scheidenden Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel sei ein Grund für ihn, in Bochum zu sprechen, ließ er wissen. „Mein zentrales Thema ist der Frieden in Europa. Ich war jetzt in der Ukraine in Donezk. Es ist bedrückend, die Stadt ist zerbombt. Meine zentrale Botschaft ist: Partnerschaft statt Feindschaft mit Russland. Wenn die Ukraine Mitglied der NATO wird, gibt es eine Eiszeit in Europa“, so Gehrcke. Der Bochumer Arzt und Afghane Dr. Mohammad Halim Karim wies auf die desaströsen Zustände in seinem Heimatland hin, die sich auch durch die NATO-Einsätze zugespitzt hätten.