Bochum

Hund: Expertin aus Bochum warnt – Diese Ernährung schadet dem Tier massiv

Eine Expertin aus Bochum warnt vor falscher Ernährung, die für Hunde gefährlich sein kann.
Eine Expertin aus Bochum warnt vor falscher Ernährung, die für Hunde gefährlich sein kann.
Foto: imago images/Lars Reimann

Bochum. Heutzutage gibt es Hunderte Formen der Ernährung für den Hund: Rohes Fleisch, gekochtes Fleisch, Gemüse, Obst, vegan, vegetarisch – die Liste ist endlos lang, die Meinungen dazu ebenso unterschiedlich.

Alexandra Bonau (35) aus Bochum hat sich genau aus diesem Grund mit der Ernährung für den Hund auseinandergesetzt. Als Ernährungsberaterin bei „Kohlenhunde“ hat sie eine klare Meinung: Wer seinen Hund vegan ernährt, schadet ihm damit langfristig.

Vegane Ernährung schadet dem Hund langfristig

Die 35-Jährige verdient ihr Geld damit, Hundehaltern beizubringen, wie sie ihren Liebling ausgewogen und gesund ernähren. „Prinzipiell sind Hunde Allesfresser, solange sie gesund sind. Aber mehr als 50 - 60 Prozent Anteil am täglichen Futter sollte Fleisch nicht ausmachen.“

Dabei ist natürlich die Rede von einem gesunden Hund. Kranke Tiere müssen anders ernährt werden. Alexandra Bonau hat schon einigen Hundehaltern mit der richtigen Ernährung ihres Tieres geholfen. An einen Fall erinnert sie sich besonders.

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Der Hund hatte damals so gut wie nichts vertragen. „Er hatte andauernd richtigen Spritzdurchfall. Die Familie musste zweimal die Wohnung renovieren, so schlimm war es. Ich habe mir Unterstützung durch eine Heilpraktikerin geholt, um dem Hund, aber auch den Menschen zu helfen.“

Job hat sie sich wegen des eigenes Hundes ausgesucht

Durch ihren eigenen Hund kam sie zu dem Job und gründete „Kohlenhunde“. Denn ihr Tibetterrier-Cavalier-Mix hat zahlreiche Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten und Alexandra Bonau musste sich genau damit auseinandersetzen, was ihr Liebling fressen darf und was eben nicht.

Heute hilft sie auch anderen, die Probleme mit dem Futter für ihre Hunde haben.

Dazu füllt der Hundehalter einen sieben Seiten langen Fragebogen aus. Die Angaben zum Fütter-Verhalten geben der Ernährungsberaterin Aufschluss darüber, ob und was geändert werden muss.

„Tierische Proteine sind sehr wichtig für einen Hund. Das hängt mit der Aminosäurezusammensetzung des Tieres zusammen. Trotzdem benötigt ein Hund natürlich auch Vitamine und Ballaststoffe“, erklärt Bonau. Außerdem können Hunde Fette sehr gut in größeren Mengen verarbeiten.

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Es hänge aber sehr von der Rasse ab, aber auch vom individuellen Hund an sich. Ein Husky beispielsweise brauche mehr Fleisch als Kohlenhydrate. Das hängt mit der Herkunft zusammen.

Ein Hund ist kein Wolf

Trotzdem rät Alexandra Bonau davon ab, das Fressverhalten eines Hundes mit dem eines Wolfes gleichzusetzen. „Hunde wurden über Jahrhunderte domestiziert. Sie gleichen dem Wolf heute genauso wie der Mensch dem Affen. Und früher haben Hunde selten bis gar kein Fleisch bekommen. Da bekamen sie meistens Küchenabfälle.“

Und Fleisch war für die meisten Menschen so unerschwinglich, dass sie es bestimmt nicht dem Hund gegeben hätten.

Vegan kann funktionieren - aber nicht für immer

Dennoch haben sie tierische Proteine wie Eier oder Milchprodukte gefüttert.

„Eine ausschließlich vegane Ernährung des Hundes kann über eine gewisse Zeit funktionieren. Aber langfristig schadet man dem Tier damit. Pflanzliche Proteine reichen dem Hundekörper nicht aus. Aber an sich sollte man einfach auch auf den Hund achten, wie er auf Futter reagiert.“

Das Tier isst bestimmtes Futter nicht? Das kann seine Gründe haben

Lehnt das Tier andauernd ein bestimmtes Futter ab, kann es sein, dass er dieses nicht verträgt.

„Natürlich darf man dem Hund nicht die freie Wahl lassen. Denn er wird immer lieber den Pizzarand fressen als das Trockenfutter“, sagt Bonau.

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Trockenfutter ist übrigens auch so eine Sache für sich. Es ist okay, aber eine reine Ernährung nur über Trockenfutter schadet dem Hund ebenfalls: „So viel Wasser kann er gar nicht trinken, um den Wasserhaushalt aufrecht zu erhalten. Da muss auch einiges an Flüssigkeit über die Nahrung kommen. Und das tut es bei Trockenfutter eben nicht.“

Hund hat erstmal nur Känguru-Fleisch vertragen

Bei dem Hund mit dem Dauer-Durchfall hat am Ende übrigens nur eines geholfen: Känguru-Fleisch.

„Es war das Einzige, was einigermaßen drin blieb. Dazu wurde eine komplette Reinigung des Darms durchgeführt. Es dauerte eine gewisse Zeit, aber mittlerweile kann der Hund fast alles wieder fressen. Und das ist doch einfach das Schöne an meinem Job.“

 
 

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