Bochum

Hund aus heißem Auto holen - notfalls mit Gewalt? - Diese Rechte hast du als Retter

Im Auto kann es in nur wenigen Minuten sehr heiß werden. Für Tiere kann das tödlich enden.
Im Auto kann es in nur wenigen Minuten sehr heiß werden. Für Tiere kann das tödlich enden.
Foto: imago stock&people / imago/McPHOTO
  • Immer wieder lassen Menschen ihre Tiere im Auto - auch im Sommer
  • Diese Rechte hat ein Retter, wenn er die Scheibe einschlägt
  • Das droht dem Besitzer des Tieres

Bochum. Eigentlich sollte es mittlerweile jeder wissen. Seinen Hund oder seine Katze bei diesen hochsommerlichen Temperaturen im Auto zu lassen, kann schlimmstenfalls zum Tod des geliebten Vierbeiners führen. Trotzdem passiert es immer wieder.

Spontane Befreiungsaktionen können schon mal nach hinten losgehen. So geschehen in Fritzlar bei Kassel: Passanten befreiten einen hechelnden Hund aus einem überhitzen Auto und kassierten dafür eine Rüge von der Polizei.

Wir haben mal bei Polizei und Justiz nachgefragt: Darf ich die Scheibe einschlagen, wenn ich einen solchen Fall sehe? Droht mir eine Strafe? Was kann ich sonst tun?

Das sagt die Polizei

Bochums Polizeisprecher Volker Schütte: „Zuerst sollte man natürlich die Polizei oder die Feuerwehr rufen. Die können am besten unterstützen. Sollte es aber wirklich so sein, dass es um das Tier schon sehr schlecht gestellt ist, ist meine Faustregel: Der gesunde Menschenverstand sagt einem, was zu tun ist!“

Sprich: Im absoluten Notfall - Scheibe einschlagen und das Tier retten!

Das sagt die Justiz

So sieht es auch Marina Sarkisjan vom Lehrstuhl für Strafrecht der Uni Bochum: „Wenn Sie ein Tier aus einem fremden Auto befreien, indem Sie beispielsweise die Scheibe des Fahrzeugs einschlagen, erfüllen Sie zunächst einmal den Tatbestand der Sachbeschädigung (§ 303 StGB). Aber da Sie durch die Tat das Tier vor der Hitze retten wollten, greift § 34 StGB ein. § 34 StGB erlaubt es, eine Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut von sich oder einem anderen abzuwehren. Darunter fallen auch Tiere. Daher wären Sie strafrechtlich gerechtfertigt und damit auch nicht nach dem Strafgesetzbuch strafbar.“

Das droht dem Besitzer

Und was droht dem Tierhalter? Sarkisjan: „Der Tierhalter könnte in so einem Fall wegen Tierquälerei nach § 17 Tierschutzgesetz belangt werden. Dann droht ihm eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

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