Hohe Kunst des feinen Strichs

Der elegante Pinselstrich will gelernt sein: Im Atelier Skala gibt Susanne Jühling (links) ihrer Schülerin Evelyn Schumacher ein paar Tipps.
Der elegante Pinselstrich will gelernt sein: Im Atelier Skala gibt Susanne Jühling (links) ihrer Schülerin Evelyn Schumacher ein paar Tipps.
Foto: Funke Foto Services
Im Gerther Atelier Skala zeigt Susanne Jühling ihren Schülern, wie ein gelungenes Bild entsteht. Neue Räume im ehemaligen Leerstand am Castroper Hellweg.

Bochum-Gerthe.. Richtig schickt sieht es aus, das neue Atelier Skala. Nachdem die kleine Kreativschmiede für Malerei acht Jahre lang im Gründerzentrum Kulturwerk zu finden war, haben Susanne Jühling und Christian Erdmann mit ihrem Atelier jetzt neue Räume bezogen.

„Im Kulturwerk lief unser Mietvertrag aus“, bedauert Susanne Jühling. Kulturwirtschaftliche Jungunternehmer würden in den renovierten Hallen der ehemaligen Zeche Lothringen zwar gefördert – dies aber nur für eine begrenzte Zeit: „Und diese Zeit lief für uns jetzt ab.“ Also mussten sich Jühling und Erdmann nach neuen Räumen für ihr Atelier umsehen und stießen dabei auf ein Ladenlokal am Castroper Hellweg 432/Ecke Lothringer Straße, das schon eine Weile leer stand. „Hier ist es schön hell, wir fühlen uns hier pudelwohl“, sagt sie.

Susanne Jühling wagte den Sprung in die Selbstständigkeit schon vor 14 Jahren – und hat dies nie bereut, wie sie sagt. Sie sei schon immer kreativ gewesen, erzählt die gelernte Modegrafikerin. „Dass ich etwas mit Kunst machen will, war mir schon als Kind klar.“ Zu einer witzigen Begegnung sei es beim letzten Klassentreffen gekommen. Ihre ehemaligen Mitschüler, mittlerweile zu Ärzten oder Anwälten gereift, hätten sie angesehen und sofort zu ihr gesagt: „Du bist doch die Künstlerin!“

Öl-Bild vom Ende der WM

Mit ihrem Lebensgefährten Christian Erdmann eröffnete sie schließlich das Atelier Skala. Die Künstlerin selbst ist besonders fasziniert von fotorealistischen Arbeiten. Eines ihrer Öl-Bilder heißt „Das Ende der WM 2006“ und sieht einer Fotografie täuschend ähnlich.

Doch nicht nur ihre eigenen Arbeiten sind hier zu sehen. Die hohe Kunst des feinen Pinselstrichs bringt Susanne Jühling im Atelier besonders gern ihren Schülern bei. Eine von ihnen ist Brigitte Jacoby, die bei den Malkursen richtig aufblühte. „Ich habe zu Hause mal ein kleines Bildchen gemalt, aber das hatten nur die Spinnweben gern“, erzählt sie schmunzelnd. Eher durch Zufall sei sie am Atelier Skala vorbei gekommen und habe beschlossen, an einem Malkurs teilzunehmen. „Mit den richtigen Tipps und etwas Hilfestellung sehen meine Bilder jetzt ganz anders aus. Das hätte ich mich allein zu Hause nie getraut.“

Auch Männer entdecken ihre Lust aufs Malen

Anfängern den Weg in die Kunst zu weisen, das ist eine von Susanne Jühlings liebsten Beschäftigungen. Das Vorurteil, nur Hausfrauen älteren Semesters würden an solchen Kursen teilnehmen, stimme übrigens nicht. „Wir haben auch einige Männer hier, die Malen als Entspannung betrachten.“ Auch manche Schüler, die neben dem Kunst-Unterricht ihre Maltechniken bei ihr verfeinern wollen, würden den Weg ins Atelier finden. „Mit jungen Leuten zu arbeiten, macht mir am meisten Spaß.“

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