Hitze lockt tausende Besucher ins Werner Freibad

Eine Wohltat am Beckenrand: Birgit und Bernd Budich haben an diesem Tag keine Scheu vor der eiskalten Dusche.
Eine Wohltat am Beckenrand: Birgit und Bernd Budich haben an diesem Tag keine Scheu vor der eiskalten Dusche.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Rund 4000 Badegäste trieb die sengende Sonne am Donnerstag ins Freibad nach Werne.Sonnenanbeter, flirtlustige Jugendliche und Kinder in Spiellaune verbreiteten pure Sommerfreude

Bochum.. Es gibt kaum eine Alternative. Schweiß rinnt selbst im Schatten die Schläfen hinab. Am späten Nachmittag zeigt das Thermometer auch im Freibad Werne noch satte 35 Grad im Schatten an. Und es war noch heißer. Die Wassertemperatur beträgt, laut Tafel am Beckenrand, immerhin zehn Grad weniger. Die Erfrischung im kühlen Nass muss einfach sein, dachten sich auch Birgit und Bernd Budich aus Dortmund. „Meistens sind ja vor allem jüngere Leute im Freibad, aber wir gehen immer noch gerne“, sagt die 50-Jährige. Ein echter Vorteil dieses Freibads sind am Donnerstag die wirklich großen Schwimmbecken.

Auf den 75-Meter-Bahnen können die Gäste sogar noch ein paar Züge ohne Hindernis zurücklegen. Aber nichtsdestotrotz: Das Bad ist proppenvoll; die Sonnenmilchdichte hoch. „Seit wir auf haben, steht an der Kasse eine Schlange und sie reißt nicht ab“, berichtet Badleiter Gunter Kühl. An diesem Tag würden um die 4000 Gäste das Freibad besuchen, am Mittwoch seien es 3500 gewesen. Hilfreich sei es, wenn die Leute das Kleingeld an der Kasse direkt bereithielten und nicht erst in der Tasche kramen müssten, so Martina Hadlich vom Sport- und Bäderamt der Stadt. „Alle sechs Freibäder haben die ganze Woche geöffnet“, berichtet sie. Das sei vor allem eine personelle Herausforderung.

Neben einem Schwimmmeister und zwei Rettungsschwimmern müssten in Werne an so einem heißen Tag wie an diesem Donnerstag vier bis fünf zusätzliche Rettungsschwimmer vor Ort sein. 2015 fehlten leider einige zuverlässige Kräfte: „Wir haben wegen des knappen Haushalts erst im Februar erfahren, dass wir Saisonkräfte einstellen können. Manche hatten sich schon anderweitig umgeschaut“, so Hadlich.

Auf Stelzen und Pedalos

Um die Sicherheit sei es in Werne nicht schlecht bestellt, findet Besucherin Yvonne Kroll, die das Bad seit ihrer Jugend kennt. „Es wird hier sehr gut aufgepasst“, sagt die 37-Jährige. Was beruhigt bei dieser Masse an Leuten und soviel Übermut. Am Ein-Meter-Brett stehen die Jungs Schlange, um ihre beweglichen Körper in der Luft zu Bögen zu formen oder sich über Kopf ins Wasser gleiten zu lassen. Vielleicht lässt sich so ein wenig Aufsehen erregen – Bühne frei am Beckenrand! Schließlich lassen sich nicht wenige Nixen in bunten Bikinis treiben.

Im Eingangsbereich erproben sich derweil die Kinder beim ersten von sechs Freibad-Aktionstagen des Jugendamts in dieser Saison. Im Rahmen des Ferienpass-Programms halten der Stadtsportbund und das Fanprojekt Bochum Bewegungsangebote bereit: ein Fußballtor mit Geschwindigkeitsmesser, eine Hüpfburg , Riesen-Lego-Steine, Stelzen, Trocken-Ski. Trotz der Hitze finden sich viele Jungs am Fußballtor ein, um ihr Schießvermögen zu testen. „Der Rekord war bisher 106 km/h“, so Aufsicht Bartosch Zborala.

Auf die Stelzen und die Pedalos in der Sonne wagten sich dann aber doch nur vereinzelt Kinder für wenige Minuten. Es ist einfach zu heiß für Ausdauersport. Da lockt eher der Schatten der Hüpfburg, die Legos unter dem Dach und natürlich immer wieder ein Sprung ins kühle Wasser.

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