Hip-Hop-WM war eine rauschende Party

Jürgen Stahl

Bochum. Der RuhrCongress wertet die Hip-Hop-Weltmeisterschaft als großen Erfolg. „Viele Gewinner, keine Pannen, gute Besucherzahlen“, lautet die erste Bilanz.

Sieger gab’s reichlich: In 29 Kategorien wurden sie gekürt. Einen heimlichen Gewinner gab’s auch: „Mir ist zu Ohren gekommen“, schmunzelt Andreas Kuchajda, „dass ein Drogeriemarkt auf der Kortum-straße mit Kosmetikartikeln das Geschäft des Lebens gemacht hat. Hunderte junge Tänzerinnen haben sich in dem City-Laden mit Schminke für ihre Auftritte eingedeckt.“

Professionelle Organisation, keine Pannen, großartige Stimmung, beste Werbung für den Standort - und sogar der Anrainer-Handel profitiert: So mag es der RuhrCongress-Geschäftsführer, der mit seinem Team eine Mammutaufgabe meisterte. Die erstmals am Stadionring ausgetragene Hip-Hop-Weltmeisterschaft geriet zum Erfolgsstück. „Der RuhrCongress“, rief eine geradezu euphorische Bürgermeisterin Gaby Schäfer den Teilnehmern beim Einmarsch der Nationen am Samstagabend zu, „hat eine tolle Veranstaltung aufs Parkett gelegt. Bochum liebt euch!“

Es war eine rauschende Party mit 3200 Gästen. Wie es den Körperkünstlern aus 37 Ländern gefallen hat, zeigte allein ein Blick in deren Gesichter. Von den famosen Tanz-Knirpsen ab acht Jahren bis zu den Ü-30-Hip-Hoppern: „Alle sind erschöpft, aber glücklich und um viele Erfahrungen und Freunde reicher. Bochum hat die WM-Premiere mit Bravour bestanden“, zog Michael Wendt, Vizepräsident der International Dance Organization (IDO), ein erstes Fazit

Bemerkenswert: Der Tanz-Marathon ging komplett reibungslos über die Bühne. „Das ärgste ,Problem’ war eine verlorene Parkkarte“, grinst Andreas Kuchajda. Auch aus den Hotels, in denen die Multi-Kulti-Teams untergebracht waren, gab es keinerlei negative Rückmeldungen. „Hip-Hopper sind fröhlich, aber friedlich und diszipliniert“, so Michael Wendt. „Zudem waren sie abends viel zu kaputt, um Party zu machen.“

Kein Wunder, lieferten die Tänzerinnen und Tänzer bei ihren rasanten Hip-Hop-Choreografien sowie beim Breakdance und Electric Boogie sportliche und akrobatische Höchstleistungen ab. Für ihre Betreuung sorgte der T.T.C. Rot-Weiß-Silber Bochum. Der Verein stellte nicht nur einige WM-Starter, sondern auch etliche ehrenamtliche Helfer.

Zufrieden zeigten sich die Veranstalter mit den Besucherzahlen. 10 000 Tanzsportfans lösten während der fünf Turniertage ein Ticket. „Für eine Auftaktveranstaltung ist das ein ordentliches Ergebnis. Ich bin sicher, dass der Zuspruch in den nächsten Jahren deutlich steigen wird“, erklärt Andreas Kuchajda.

Am Sonntag wurden die letzten Finalrunden ausgetragen. Wohl alle Tänzer werden sich noch lange an diese WM und unsere Stadt erinnern - und vielleicht dem Aufruf von Andreas Kuchajda folgen: „Erzählt der Welt, wie gut es euch in Bochum gefallen hat!“

Gut möglich, dass so auch der Drogeriemarkt an der Kortumstraße „weltbekannt“ wird.