Herne

Herne: 350 Kurden demonstrieren ++ Lage eskaliert ++ Hubschrauber im Einsatz +++ Polizeipräsident mit dringendem Appell

Am Montagabend in Herne artete es am Rande einer Kurden-Demo in Herne aus.
Am Montagabend in Herne artete es am Rande einer Kurden-Demo in Herne aus.
Foto: WTV News/dpa Montage: DER WESTEN

Herne. Großeinsatz der Polizei mit Hubschrauber in Herne! Nach Information von DER WESTEN kreiste am Montagabend ein Hubschrauber über der Stadt. Mehrere Streifenwagen sollen zum Einsatz in Herne-Mitte gefahren sein.

Hintergrund war nach DER WESTEN-Informationen eine Auseinandersetzung zwischen Kurden und Türken. Wie die beiden Journalisten Sebastian Weiermann und Christoph Reichwein bei Twitter mitteilen, soll es am Abend in Herne zu einer Auseinandersetzung am Rande einer Kurden-Demo gekommen sein.

Herne: Großeinsatz der Polizei

Türken sollen demnach vor einem Café mit Kurden aneinandergeraten sein. Scheiben gingen zu Bruch, Flaschen flogen.

Laut Polizei hatten etwa 350 Menschen - zum Großteil Kurden - zunächst friedlich gegen die türkische Militäroffensive in Syrien auf dem Robert-Brauner-Platz demonstriert haben.

Als sie durch die Straßen liefen, eskalierte die Situation ein erstes Mal an einer Trinkhalle. Aus dem Kiosk heraus sollen die Demonstrationsteilnehmer mit einem Handzeichen provoziert worden sein. Einige stürmten daraufhin den Kiosk, verletzten zwei der anwesenden Personen und zerstörten eine Scheibe.

An der Ecke Schulstraße / Viktor-Reuter-Straße vor einem türkischen Café eskaliert die Situation ein zweites Mal. Aus dem Café soll laut Polizeibericht eine Flasche auf die Demonstranten geworfen worden sein, woraufhin mehrere Teilnehmer das Lokal stürmten. Dabei wurde ein Mensch verletzt. Einrichtung und eine Scheibe des Cafés wurden beschädigt. Insgesamt wurden nach bisherigen Informationen fünf Personen verletzt.

Polizeipräsident: „Rechtfertigt in keiner Weise eine solche Gewaltbereitschaft“

Am Dienstagmittag nimmt Bochums Polizeipräsident Jörg Lukat nun Stellung: „ Die Versammlungsfreiheit ist in Deutschland ein hohes Gut, das polizeilich geschützt wird. Aber: Dieses Grundrecht rechtfertigt in keiner Weise eine solche Gewaltbereitschaft und Aggressivität, wie wir sie gestern in Herne erlebt haben. Auch wenn Emotionen im Spiel sind: Ein solches Verhalten wird nicht geduldet. Wir haben mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet. Auch weiterhin beobachten wir die Entwicklung aufmerksam".

„Lassen Sie sich nicht provozieren!“

Weiter sagte er: „Mir ist bewusst, dass die kurdischen Versammlungsteilnehmer auf die politische Situation aufmerksam machen möchten. Solange das friedlich passiert und Auflagen eingehalten werden, ist es unser erklärtes Ziel, diese Versammlung - wie jede andere auch - zu schützen. Kommt es aber zu Störungen oder Straftaten, werden wir konsequent einschreiten. Deswegen mein dringender Appell an alle: Lassen Sie sich nicht provozieren!"

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Nach DER WESTEN-Informationen kam es vor einer von Kurden bewohnten Wohnung in der Nähe des Bahnhofs zu einem Brand. Unbekannte hatten dort einen Böller zum Explodieren gebracht. Ein Rollladen fing darauf Feuer. Verletzt wurde niemand.

Die Ermittlungen des Staatsschutzes dauern an. Zeugen werden gebeten, sich unter der 0234 909-4505 und 0234 / 909-4441 bei der Polizei zu melden. Zudem hat die Polizei ein Hinweisportal freigeschaltet. Zeugen können dort anonym Fotos und Videos hochladen. Dies soll die Polizei bei der Aufklärung der Vorfälle unterstützen.

Das Hinweisportal erreichst du >>> hier <<<.

Erst am Sonntagabend war es am Bochumer Bermudadreieck zu einer Auseinandersetzung zwischen Türken und Kurden gekommen. Ob es sich dabei um eine politisch motivierte Auseinandersetzung handelte, ist noch unklar. >>> hier die Details

Hintergrund ist Konflikt in Syrien

Hintergrund ist die türkische Militäroperation im Norden Syriens gegen die Kurden. Dort hatte die türkische Armee am vergangenen Mittwoch begonnen kurdische Städte zu bombadieren, um eine sogenannte Sicherheitszone einzurichten. Die Kurden haben daraufhin Unterstützung bei Syriens Machthaber Baschar al-Assad gefunden. Syrische Einheiten rückten am Montag an die Grenze zur Türkei. Warum das sogar die Bundeswehr in den Konflikt involvieren könnte, liest du hier >>>

Ein Experte warnte in Bezug auf die Ereignisse am Montag in Herne: „Die Situation ist brandgefährlich.“ Das sagt Politikwissenschaftler und Türkei-Experte Burak Copur im Gespräch mit DER WESTEN. Den ganzen Artikel kannst du hier lesen. (js/ms)

 
 

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