Herne: Bewegende Traueransprache für Jaden und Christopher

Ansprache von Superintendent Reiner Rimkus im Trauergottesdienst für Jaden und
Christoph

Liebe Trauergemeinde!

Hier vorne liegt, was und gerade auf Herz und Seele drückt – Trauer, Wut, die Frage nach dem Warum und noch mehr. Eine schwarze Bürde vor einander und vor Gott benannt. Es bleiben aber Fragen und Zweifel. Die Nachricht, dass der Täter gefasst ist war eine Erleichterung. Die unmittelbare Angst ist vergangen. Eine tiefe Trauer und eine grundsätzliche Angst bleiben. Die schwarze Bürde bleibt. Muss sie wohl auch, denn es braucht Zeit mit ihr umzugehen. Auch ein weißes Tuch ändert da nicht einfach was, aber es zeigt uns etwas – etwas, was hilfreich sein kann. Ein weißes Tuch umgibt bzw. umarmt die schwarze Bürde.

All das, was wir benannt haben, was uns plagt und drückt, ist nicht einfach zugedeckt. Es kann nicht einfach ungeschehen gemacht werden! Aber dass das weiße Tuch die schwarze Last umgibt, umarmt, ist ein Funke des Lebens im Angesicht des Todes. Er leuchtet wie die Osterkerze und die Kerzen, die uns an Jaden und Christopher denken lassen, die an der Osterkerze entzündet wurden.

Viele haben sich in den vergangenen Tagen in den Arm genommen! Einander umgeben, umarmen – das tut gut, da fließt Trost – etwas Helles in mitten der Dunkelheit, gar ein Farbtupfer, der Zukunft andeutet – trotz allem. Trost – oft einfach schweigend, weil Worte fehlen, dennoch in tiefer innerer Verbundenheit mit der ganz leisen Ahnung das da nicht nur Dunkelheit ist.

Wir bitten Gott – tröste auch Du die trauernden Familien, die Schulgemeinschaft und uns alle hier mit dieser schweren Bürde. Einander umgeben und umarmen gibt uns Halt. Hin- und Hergeworfen im Erleben dieser Tage erschüttert. Einander umarmen gibt Halt; von anderen kommt uns Kraft zu, die wir gerade selbst nicht haben, aber so nötig brauchen, um nicht zu fallen oder liegen zu bleiben.

Wir bitten Gott: Schenke auch deine Kraft um vorsichtige Schritte ins Leben zu machen, das nun anders sein wird. Einander umgeben und umarmen – daraus fließt Mut, hinein in unser Entsetzen, in die Fragen, wie das Leben weiter gehen soll und wie wir wieder das Leben wagen können.

Wir bitten Gott: Gibt Du uns Mut, dem Bösen in dieser Welt entgegen zu treten, einzutreten für das Leben! Gib Du uns Mut, an der Hoffnung festzuhalten, dass da ein Weg sein wird, den wir gehen können – trotz der schwarzen Nacht. So wie das weiße Tuch umgibt und umarmt, wollen auch wir füreinander da sein.

Wir bitten Gott: Umgib auch Du in deinem Mitleiden unsere wunden Seelen, unser zerschlagenes Herz! Lass Hoffnung keimen, lass uns das Leben wieder leise lernen!

Im Licht der Osterkerze und der beiden Kerzen für Jaden und Christopher liegt Gottes Verheißung verborgen, das der Tod besiegt ist, dass Elend und Trauer nicht die letzte Macht haben, das das Leben gehalten ist.

Wir bitten Gott: Lass uns Deiner Verheißung trauen und ihre Wirklichkeit erfahren!

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