Heldenmarkt lockt mit grüner Mode

Rene und Viola Kottmann mit zu Garderoben umgebauten Skateboards.
Rene und Viola Kottmann mit zu Garderoben umgebauten Skateboards.
Foto: WAZ FotoPool / Ingo Otto

Bochum.. Um Helden, nachhaltige Visionen und die gute Sache ging es in der Jahrhunderthalle. Dort fand zum zweiten Mal der Heldenmarkt, Deutschlands führende Messe für nachhaltigen Konsum, statt.

Tausende Besucher aller Altersgruppen strömten. 90 Aussteller präsentierten Bio-Essen und grüne Mode, informierten über ethische Finanzen, Ökostrom, alternative Mobilitätsangebote, ökologisches Bauen und Wohnen. „Es gibt so viele Menschen, die tolle, faire Produkte und Dienstleistungen entwickeln“, sagte Veranstalter Daniel Sechert über die Grundidee der Messe. „Diese Helden gesellschaftlicher Verantwortung wollen wir zusammenzubringen, ihnen eine Ausstellungsverkauf-Plattform geben. Nachhaltigkeit ist noch immer eine Nische. Wir wollen es ins Rollen bringen.“

Vorträge und Upcycling-Workshops

Das Programm des Heldenmarktes bietet Vorträge (z.B. über die Themen Wildbienen, Gemeinwohl Ökonomie, Cradle-to-Cradle Ansatz) und Upcycling-Workshops. Und viel probieren darf man auch: Bio-Weine, Öko-Biere und faire Schokolade. Besonders lang ist die Schlange beim veganen Eis von „Veganz“. „Super lecker“, findet Besucherin Steffie Leiting auch die Bio-Limonade von „Lammsbräu“ und den grünen Smoothie von „Bianco“. Ausgiebig ist sie mit Freunden über die Messe geschlendert. Besonders begeistert ist sie vom „Dopper“-Stand. „Wir haben dort Trinkflaschen gekauft. Die sind nicht nur toll vom Design, sondern wurden nachhaltig produziert.“

Dann kostet sie „Soja-Fleisch-Streifen in Kräuter-Knoblauch-Marinade mit Sesam-Thymian Möhrchen“. Das vegane Gericht bereiten Köche des Bochumer Restaurants La Cucina vor den Augen der Besucher frisch zu. „Schmeckt. Gut gewürzt und gute Konsistenz. Das hätte ich gar nicht erwartet.“

Messe für nachhaltiges und soziales Design

Bereits zum zweiten Mal kooperiert der Heldenmarkt mit der „gut.“, der Messe für nachhaltiges und soziales Design. Den Besucher erwarten Körbe aus Zeitungspapier, Lampen aus alten Fußbällen, Taschen aus Plastikmüll, Gürtel aus Fahrradmänteln oder auch Papier aus Stein.

Letztere kreative Idee geht auf die Bochumer Künstlerin Ulya Waldraff zurück. „‘Steinschreiben‘ ist der Renner. Die Leute sind vom Material fasziniert. Wir quasseln hier seit Freitag in einer Tour“, erzählt J. M. Granica. „Der Clou ist, dass für das Papier kein Baum gefällt, kein Wasser verbraucht und keine Bleichmittel und Säuren verwendet werden. Kalksteinmehl ist keine knappe Ressource. Unser Papier ist sogar wasserfest.“ Das begeistert.

Begeisterte Besucherstimmen

" Ich finde die Messe witzig und vielfältig. Papier aus Stein, Konzepte für Bienenstände in Städten, nachhaltige Investmentprodukte. An einem Stand hat man mir die Energielabel erklärt. Hier kann man Ideen sammeln und lernt wie nachhaltig produziert wird."

"Überall haben wir Gespräche mit Ausstellern vertieft. Die nehmen sich Zeit, wollen einem nichts aufschwatzen. Allen geht es um den Grundgedanken Nachhaltigkeit. Vor 30 Jahren war es undenkbar, so eine riesige Halle mit solchen Ständen zu füllen."

"Mich haben die Stände interessiert, wo es um ökologische Lebensmittel ging. Ich kaufe viel Bio. Man muss im Alltag mitdenken. Du bist, was du isst. Dann habe ich mir die fair und nachhaltig hergestellte Kleidung angeguckt. Für die gibt man ja dreifach so viel aus"

"Abwechslungsreich und informativ ist die Messe. Die Leute sind nett und offen. Nirgendwo wird einem etwas aufgezwungen. Es geht nicht um Profit. Das ist angenehm. Beim Stand des Arbeitskreises Ökobau Ruhrgebiet wurde ich gut beraten."

 
 

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