Heiner Goebbels wird Ruhr Triennale-Chef

Tom Thelen
Heiner Goebbels wurde in der Jahrhunderthalle als Intendanten für die Spielzeit 2012/2014 vorgestellt. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Heiner Goebbels wurde in der Jahrhunderthalle als Intendanten für die Spielzeit 2012/2014 vorgestellt. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum.  Das wird ein Theater! Heiner Goebbels, Komponist, bildender Künstler und seit 2003 einflussreicher Leiter des Gießener Instituts für Angewandte Theaterwissenschaften, wird neuer Leiter der Ruhr Triennale.

Heiner Goebbles (58) wird ab 2012 Intendant der Ruhr Triennale. NRW-Kulturministerin Ute Schäfer stellte mit dem amtierenden Triennale-Intendanten Willy Decker den 58-Jährigen als zukünftigen Spielleiter vor. Goebbels, das wurde bei dessen Präsentation von allen Seiten betont, sei auf besondere Weise geeignet, das Experimentierfeld, als das die Ruhr Triennale sich versteht, zu beackern.

„Wir sind Forschende“

Seit den späten 1970 ist der heutige Professor an der Justus-Liebig-Universität Gießen (Institut für Angewandte Theaterwissenschaften) als Komponist und Musiktheatermacher eine feste Größe. Er selbst sieht sich als ein Künstler, der das Risiko nicht scheut. „Wir glauben nicht, zu wissen, wie es geht“, betonte Goebbels, „wir sind Forschende.“ An der Triennale fasziniere ihn die „Labor-Situation“: „Hier lässt sich vorstoßen zu Bühnen-Dingen, die man noch nicht kennt“.

Frühestens in einem Jahr

Er wolle sich der Herausforderung, eines der „spannendsten, innovativsten und originellsten Festivals in Europa“ zu leiten, selbstbewusst stellen. „Wegen der Vorbereitung auf die neue Tätigkeit werde ich bereits zugesagte Aufträge andernorts absagen.“ Goebbels, der bereits in der Ära Flimm mit seinen Giessener Studenten im Programm der Triennale vertreten war (damals in PACT Zollverein), stellte die Uraufführung seiner aktuellen Komposition 2012 in der Jahrhunderthalle in Aussicht. Details für das Programm seiner ersten Intendanz würden frühestens in einem Jahr verfügbar sein.

International vernetzt

Goebbels Termin- und Aufführungsplanung für die Triennale basiert auf der Tatsache, dass er bestens vernetzt ist: Mit seinen Inszenierungen ist er buchstäblich in der ganzen Welt aktiv und arbeitet international koproduzierend mit zahlreichen Partnern, Veranstaltern und Festivals zusammen. Als eine „Entscheidung ganz im Sinne der Idee der Ruhr Triennale und vor allem abseits des üblichen Intendantenkarussells“ klassifizierte Willy Decker die Wahl seines Nachfolgers. Heiner Goebbels sei ein innovativer Künstler von internationalem Rang, „der diesem Festival ganz neue Horizonte öffnen wird“.