Heim für Russen: Bau soll beginnen

Hier auf der Brachfläche Ecke Goy- und Wittener Straße (rechts) soll das Pflegezentrum für russischstämmige Senioren entstehen.
Hier auf der Brachfläche Ecke Goy- und Wittener Straße (rechts) soll das Pflegezentrum für russischstämmige Senioren entstehen.
Foto: FUNKE Foto Services
Investorin will an der Goy-/Wittener Straße ein Seniorenzentrum errichten. Zuvor hielten sich hartnäckige Gerüchte über Aufgabe des Projekts.

Bochum.. Mitte September will der ambulante Pflegedienst Asisa Vitalles Bochum mit dem Bau eines Pflegezentrums für russischstämmige Senioren auf dem Brachgelände Goy-/Wittener Straße beginnen. Immer wieder gab es Verzögerungen; nach ursprünglichen Planungen sollte es bereits im November vergangenen Jahres losgehen. Statikprobleme machten den Zeitplan zunichte.

Als Parkplatz genutzt

Inzwischen kursieren in der Nachbarschaft in Altenbochum Gerüchte, wonach das Heim gar nicht mehr entsteht, zumal der Investor noch im März versicherte hatte, endlich loslegen zu wollen. Das Grundstück wuchert seither zu und wird als Parkplatz genutzt. „Diese Gerüchte kenne ich, aber da ist nichts dran. Wir haben jetzt alles im Griff, die Probleme sind behoben“, erklärt Larissa Impris, geschäftsführende Gesellschafterin bei Asia Vitalles, auf Anfrage.

Bauträger ist die Imodom GmbH aus Berlin, die mit dem ambulanten Pflegedienst Asisa Vitalles kooperiert. Es handelt sich dabei um einen Firmenverbund. Asisa Vitalles’ Hauptsitz ist ebenfalls Berlin, das zweite Büro befindet sich am Südring. Noch: Denn ist das Seniorenzentrum erst einmal fertig, soll auch der Pflegedienst nach Altenbochum umziehen.

Die Baugenehmigung lag bereits im vergangenen Sommer vor. Doch dann stellte sich heraus: „Der Statiker hatte sich verrechnet“, erklärte Thorsten Fritsche, Pflegedienstleiter bei Asisa Vitalles. „Es musste das vierte und fünfte Staffelgeschoss erneut geprüft werden. Auch für die Erdarbeiten musste die Statik berechnet werden, damit an den Nachbar-Gebäuden keine Risse entstehen, denn angrenzend fahren die Straßenbahnen.“

29 separate Wohnungen vorgesehen

Nachbesserungen waren auch für die Tiefgarage nötig, deren Pläne für die Befahrbarkeit für Transporter geändert werden mussten. Die Stadt bestand darauf, dass die Anlieferungen nicht über die viel befahrene Wittener Straße erfolgen. Entwarnung gab es beim Verdacht auf Altlasten, denn auf dem Gelände stand bis 2006 eine Tankstelle. Der Boden gelte als unbedenklich, wie Proben ergaben, zumal die Firma, die damals den Abriss vornahm, den Boden komplett ausgetauscht hatte.

Russische Migranten werden hier eine neue Bleibe finden. Vorgesehen sind 29 separate Wohnungen, in die 35 Menschen einziehen werden, und zwei Wohngruppen mit je einem Dutzend Senioren. Hier werden die Pflegefälle einziehen, die eine 24-Stunden-Betreuung brauchen. Investiert werden sollen fünf bis sechs Millionen Euro. „Diese Summe wird nach aktuellen Berechnungen trotz der Nachbesserungen nicht überschritten“, erklärt Larissa Impris.

Der neue Komplex wird fünfgeschossig, die Wohnungen werden zwischen 45 und 60 Quadratmeter groß sein. Ein Großteil bekommt Balkone, ein Innenhof dient als Gemeinschaftsbereich. Gerechnet wird mit einer zweijährigen Bauzeit. Fritsche: „Dass der Bedarf russischsprachiger Migranten enorm gestiegen ist, merken wir an der Nachfrage. Immer mehr von ihnen kommen jetzt in ein Alter, in dem sie Pflege benötigen.“

Alle Mitarbeiter sind zweisprachig

Viele Russischstämmige leben bekanntlich in Rosenberg; Asisa hatte versucht, mit dem neuen Projekt nah an die Menschen zu kommen.
Pflegedienstleiter Fritsche: „Wir haben dort kein passendes Grundstück gefunden, ebenso wenig wie auf dem Krupp-Thyssen-Gelände an der Alleestraße. So entschieden wir uns für Altenbochum.“

Der ambulante Pflegedienst Asisa Vitalles Bochum am Südring wurde im August 2002 als Migrantenunternehmen für russischsprachige Kunden gegründet.
Alle 150 Mitarbeiter der hiesigen Niederlassung sind mindestens zweisprachig. Derzeit betreut das Unternehmen etwa 250 Patienten in Bochum und Umgebung.

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