Hebammen sehen Existenz bedroht

Foto: Arne Poll, WAZ Fotopool
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Hebammen aus ganz NRW wehren sich, weil sie von ihrem Beruf kaum noch leben können.

Nach NRW-weiten Protestkundgebungen haben sich am Mittwoch nun auch die Bochumer Hebammen versammelt, um auf ihre prekäre Lage aufmerksam zu machen. Auf dem Dr.-Ruer-Platz versammelten sich ab 15 Uhr zahlreiche Frauen, verteilten Anstecker und Flugblätter.

Massive Erhöhungen der Haftpflichtversicherung haben dazu geführt, dass hoch qualifizierte Hebammen trotz großer Verantwortung für das menschliche Leben oft nur noch am Rande der Kostendeckung arbeiten können. Die Krankenversicherungen zahlen außerdem nur so niedrige Gebühren, dass eine existenzsichernde Arbeit für die Hebammen nicht mehr möglich ist.

Hausgeburt ist bedroht

Jennifer Jaque-Rodney vom Landesverband der Hebammen Nordrhein-Westfalen erklärt: „Wir Hebammen möchten nicht nur Wertschätzung in der Gesellschaft erfahren. Wir möchten auch von unserem Beruf leben können.“ Das Geburtshaus in Witten habe bereits schließen müssen, in Bochum seien rund 20 niedergelassene Hebammen in ihrer Existenz bedroht, so Jennifer Jaque-Rodney.

Neben Präventionsangeboten und gesundheitsfördernden Maßnahmen sei vor allem die klassische Hausgeburt mitsamt Wochenbettbetreuung bedroht. Auch eine Rufbereitschaft lohne sich für eine Hebamme kaum noch. Es drohe eine Versorgungslücke in der Hebammenbetreuung, wenn Hebammen aus finanziellen Gründen gezwungen werden, ihren Beruf aufzugeben.

Alternative Arbeitslosigkeit

Alternativen zur Selbstständigkeit gibt es wenige für die Hebammen, feste Stellen - zum Beispiel bei einer Beratungsstelle oder in einem Krankenhaus - sind rar gesät. „Viele Hebammen sind arbeitslos geworden“, bestätigt Jennifer Jaque-Rodney.

Noch bis zum 25. März finden quer durch NRW Hebammenproteste statt, Schlusspunkt ist eine Aktion am Kölner Geburtshaus am Equal Pay Day.

Wer die Hebammen unterstützen möchte, findet auf der unten angegebenen Website einen Link zu einem Musterformular, welches man ausgefüllt an die Krankenkasse senden kann.

 
 

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