Hauptschüler zeigten, was sie drauf haben

„Alle meinten, wir schaffen es nicht – doch wir haben es geschafft!“ Diese euphorische Aussage von Achmed Molla (19) bringt die Arbeit des dreijährigen Projekts „Ausbildung für alle“ auf den Punkt. Ziel war, allen Schülern die gleiche Chance auf einen Arbeitsplatz zu ermöglichen. Besonders schwierig ist es für Absolventen der Hauptschule, auch mit Migrationshintergrund, da viele Betriebe Auszubildende mit Realschul- und Gymnasialabschluss suchen.

An dem Projekt im Programm „Wachstum für Bochum“ sind das Integrationsbüro der Stadt Bochum, die Stadt Herne, die Stadt Recklinghausen und die Stadt Castrop-Rauxel beteiligt. Sechs Bochumer Hauptschulen nahmen am dem seit dem 1. März 2010 laufenden Projekt teil, das mit Mitteln des Landes NRW und von Nokia gefördert wurde. Jetzt erhielten die 85 Absolventen bei einer Abschlussveranstaltung im Rathaus eine Urkunde für ihre erfolgreiche Teilnahme. „In den drei Jahren haben insgesamt 613 Schüler ab Klasse 7 am Förderunterricht teilgenommen und 198 ausbildungswillige Schüler wurden ab Klasse 10 intensiv und individuell gecoacht“, erläutert Projektleiterin Nurhan Dogruer-Rütten vom Integrationsbüro Bochum.

Die Vermittlungsquote von 43 Prozent sei, so Dogruer-Rütten, ein Erfolg, da die meisten der eher schwachen Schüler ohne das Projekt keine Chance auf einen Ausbildungsplatz erhalten hätten. 21 Prozent haben die Ausbildung im ersten Anlauf abgebrochen, konnten allerdings später größtenteils wieder vermittelt werden. „Im gesamten Projekt ist deutlich geworden, dass aus vermeintlich schwachen Schülern sehr gute Auszubildende werden können, sofern die richtigen Unterstützungsangebote vorgehalten werden. Jugendliche konnten ihr Selbstwertgefühl stärken und Vertrauen in ihre Fähigkeiten gewinnen“, freut sich Dogruer-Rütten.

Um die Schüler optimal auf den Einstieg ins Arbeitsleben vorzubereiten, begleiteten Jobcoaches sie bei der Berufswahl. Auch die Eltern wurden eng in den Prozess eingebunden. „Vor dem Projekt bekam ich rund 50 Absagen und hatte einfach keine Lust und keinen Mut mehr. Die Mitarbeit hier hat mir gezeigt, dass ich etwas kann“, so der 19-jährige Molla.

 
 

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