Handwerker arbeiten unter Zeitdruck an Uni-Gebäude in Bochum

Tom Thelen
Kernsanierung des Gebäudes IC an der Ruhr-Universität Bochum, Presserundgang mit Reinhard Daniel und Ulrich Müntefering.
Kernsanierung des Gebäudes IC an der Ruhr-Universität Bochum, Presserundgang mit Reinhard Daniel und Ulrich Müntefering.
Foto: WAZ FotoPool
Der Bau- und Liegendschaftbetrieb NRW will der Ruhr-Universität am 30. August das sanierte Gebäude IC übergeben. Der Bezug soll noch in den Semesterferien erfolgen, da das Gebäude bereits im Wintersemester dringend benötigt wird. Die Abrisspläne für IA und IB sind weiterhin in der Schwebe.

Bochum. Bis zu 500 Handwerker wuseln derzeit noch täglich durch das Gebäude IC der Ruhr-Universität. Sie verlegen Leitungen, verputzen Wände, streichen an oder putzen schon. Doch es sieht ganz so aus, als würde das Uni-Gebäude zum 30. August übergeben werden, teilte Reinhard Daniel vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW anlässlich einer ersten Begehung mit.

Der Termin ist eminent wichtig: Da das Gebäude zum Wintersemester dringend benötigt wird, bleibt für den Umzug der Fakultäten für Maschinenbau sowie der Bau- und Umweltingenieurwissenschaften aus den beiden Gebäuden IA und IB nur das schmale Zeitfenster der Semesterferien.

„Eine Verzögerung würde eine Kettenreaktion auslösen“, sagt Daniel- Seit Juni 2011 wurde IC kernsaniert. Im ersten halben Jahr wurden nur „Schadstoffe abgefräst“, das habe allein 6 Mio. der Kosten verschlungen.

Nutzfläche von 25 000 Quadratmetern

Das gewaltige Unterfangen mit einem Auftragsvolumen von gut 70 Mio. Euro wartet mit spektakulären Zahlen auf. Die Gesamtnutzungsfläche beträgt nun 25.000 Quadratmeter, 1200 Mehr als zuvor durch Einbeziehung bisher ungenutzter Kellerräume. 4700 Quadratmeter Bürofläche sind entstanden, 3300 für Labore, der Glas-Quader der neuen Bibliothek bespannt 480 Quadratmeter.

Überhaupt gibt es mehr Glas als zuvor. Gläserne Wände und eine Verbesserung des Lichteinfalls durch neue, tiefer gelegte Balkone ermöglichen durchweg mehr Lichteinfall und Transparenz - was das typische RUB-Problem einer Orientierung im Gebäude stellenweise eindrucksvoll entschärft.

Für sehr zukunftsfest hält Daniel die Versorgung der Räume und Labore mit Daten und Strom. Lange Leisten mit entsprechenden Steckdosen und Buchsen in den Büros zeugen von der breit-aufgestellten Vernetzung. Auch in den beiden neuen, für jeweils 340 Studierende konzipierten Hörsälen finden sich Datenzugänge an jedem Platz.

Partieller Rückbau hielt auf

Die Fertigstellung hätte früher vollzogen werden können, wenn nicht kurz vor Ende noch zufällig Korrosionsschäden im unteren Bereich des Gebäudes entdeckt worden seien. Die bereits darüber angebrachten Balkone und Fassadenteile mussten partiell zurückgebaut werden. So verschob sich der Übergabe-Termin von Mai auf Ende August.

Über die Pläne für IA und IB, die als nächste Sanierungen auf der Agenda stehen, kann auch weiterhin nichts gesagt werden. Ob sie analog zu IC kernsaniert werden, oder doch ein Abriss ins Haus steht, darüber soll womöglich schon in dieser Woche entscheiden werden. Die Erkenntnisse aus dem Umbau von IC favorisieren offenbar keine Variante.