Halle soll nach Großbrand in Bochum am Mittwoch abgerissen werden

Bei der Entsorgungsfirma AGR-DAR GmbH in Bochum brach am Dienstagmorgen ein Großbrand aus.
Bei der Entsorgungsfirma AGR-DAR GmbH in Bochum brach am Dienstagmorgen ein Großbrand aus.
Foto: Ingo Otto / WAZ Foto Pool
Ein Großbrand bei einem Recyclinghof in Bochum-Riemke hat die Feuerwehr am Dienstagmorgen beschäftigt. Mit rund 150 Einsatzkräften bekämpfte sie den Brand zweier Lagerhallen. Über Nacht hatten 25 Wehrleute Brandwache gehalten. Am Mittwoch soll mit dem Abriss der Halle begonnen werden.

Bochum.. Bei der Entsorgungsfirma AGR-DAR GmbH, früher bekannt unter dem Namen Kost, brach am frühen Dienstagmorgen ein Großbrand aus. Laut Angaben der Feuerwehr standen an der Rensingstraße in Bochum-Riemke zwei Lagerhallen in Flammen. Seit kurz vor fünf Uhr war die Feuerwehr vor Ort. Sie hatte mit 25 Männern über Nacht Brandwache gehalten.

Bei der Recyclingfirma wird unter anderem Plastikmüll aus der gelben Tonne entsorgt. Die Rauchwolke breitete sich morgens Richtung Westen aus. Sie zog über die nordwestlichen Stadtteile von Bochum, den Süden von Herne und weiter nach Gelsenkirchen und Essen, so die Feuerwehr. Im Laufe der Vormittags war die Rauchentwicklung deutlich zurückgegangen und der Rauch schon deutlich heller, so Feuerwehrsprecher Simon Heußen.

Aufräumarbeiten sind schwierig

Seit Dienstagnachmittag laufen die Aufräum- und Nachlöscharbeiten. Die gestalten sich jedoch schwierig, da die Dachkonstruktion der beiden zusammenhängenden Lagerhallen einsturzgefährdet ist. Die Feuerwehr kann die Hallen nur sehr eingeschränkt betreten. Erst wenn Teile abgerissen sind, können die Abfallberge gezielt abgelöscht werden. Diese Abrissarbeiten sollen am Mittwoch beginnen. So lange wird eine Brandwache der Feuerwehr vor Ort bleiben, um ein erneutes Aufflammen der Brandnester zu verhindern.

Ursprünglich waren über 150 Einsatzkräfte seit dem frühen Dienstagmorgen im Einsatz gewesen. Feuerwehrleute aus Herne, Dortmund, Gelsenkirchen und Essen halfen der Feuerwehr Bochum, ebenso das Technische Hilfswerk. Mit drei Wasserwerfern, fünf Strahlrohren und drei Wenderohren über zwei Drehleitern und einen Teleskopmasten aus Dortmund wurde der Brand bekämpft. Ein Verwaltungsgebäude sowie eine weitere Lagerhalle waren zunächst bedroht. Ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten verletzt, da er in ein Wespennest getreten und mehrfach gestochen worden war. Er kam ins Krankenhaus.

Laut Landesumweltamt keine Schadstoffe in Rauchwolke

Die Feuerwehr verlegte zur Bekämpfung des Brandes am Dienstag mehr als fünf Kilometer Schlauchleitungen, um weiteres Löschwasser für den Einsatz zu bekommen. Die Stadtwerke Bochum erhöhten den Druck im Bereich der Einsatzstelle. Weil sehr viel Löschwasser gebraucht wird, konnte es in Bochum-Riemke zu Druckschwankungen kommen. Streckenweise wurden 10.000 Liter Wasser pro Minute verbraucht, so die Feuerwehr.

Vier Messfahrzeuge, die in Bochum und Herne unterwegs waren, untersuchten, ob der Rauch schädlich ist. Bisher konnten die Messfahrzeuge, die die Werte am Boden messen, keine Schadstoffe nachweisen. Neben der Feuerwehr führte auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) mit zwei Messfahrzeugen Luftmessungen durch. Auch die Duisburger Feuerwehr maß insbesondere im Duisburger Norden, konnte jedoch keine Schadstoffe feststellen.

Auf der Autobahn 43 bildete sich am Dienstagmorgen vor der Abfahrt Bochum-Riemke ein Rückstau. Auch auf der Herner Straße stockte der Verkehr. Die Zufahrt von der Herner Straße in die Rensingstraße blieb zunächst gesperrt. Die Sperrung wurde nachmittags wieder aufgehoben.

Bürgertelefon der Feuerwehr Bochum

Die Feuerwehr bat anfangs Anwohner der Bochumer Stadtteile Riemke, Hofstede, Hordel und Günnigfeld wegen der möglichen Geruchsbelästigung, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Für Fragen hatte die Feuerwehr ein Bürgertelefon eingerichtet, das mittlerweile (Stand: Dienstag, 17 Uhr) nicht mehr geschaltet ist.

AGR-Pressesprecher Michael Block konnte am Dienstagvormittag noch nichts zur Brandursache in den Lagerhallen sagen. Der Rauch sei jedoch nicht gefährlich. In den betroffenen Hallen lagere Plastikmüll und werde dort für das Recycling vorbereitet, so Block. Dieser Müll habe Feuer gefangen. Mitarbeiter hätten den Brand entdeckt und sofort gemeldet. „Es tut uns sehr leid, dass die Bürger solche Unannehmlichkeiten durch das Feuer haben. Wir möchten uns bei ihnen entschuldigen und uns beeilen, die Brandursache herauszufinden.“ (we)

 
 

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