Gutachten bestätigt - Kirchturm nicht zu retten

Kloster und Kirche Maria Hilf sollen abgerissen werden.
Kloster und Kirche Maria Hilf sollen abgerissen werden.
Foto: WAZ FotoPool

Bochum.. Es bleibt dabei: Der Kirchturm des Redemptoristenklosters kann nicht gerettet werden. Das mussten jetzt der Ausschuss für Stadtentwicklung und gestern der Bezirk Mitte als Resümee von der Verwaltung erfahren, die auf politischen Wunsch hin einer erneute Prüfung veranlasst hatte.

Wie berichtet, soll an Stelle des Klosters ein Altenpflegeheim gebaut werden. Die Investoren, St. Vinzenz-Kinderheim und St. Johannesstift, haben ein Ingenieurbüro beauftragt, nachdem Ende letzten Jahres, als die Pläne bekannt wurden, viele den Abriss kritisierten. Ergebnis der Statikprüfung: Der Glockenturm hätte bei gleichzeitigem Abriss der Kirche nicht genug Standsicherheit. Dieses Gutachten war durch das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt anschließend noch einmal überprüft worden, das zum gleichen Ergebnis kam. Überdies besitzt die Klosterkirche keinen Denkmalwert.

Abriss wohl noch in diesem Jahr

Um also die Standsicherheit des Turms zu gewährleisten, müsste das Mauerwerk verstärkt werden mit Stahlbetonzwischendecken und Wandscheiben. „Faktisch müsste ein neuer Turm im alten errichtet werden“, so lautet das Ergebnis der Verwaltung. Diese Maßnahme würde zwischen 300.000 und 600.000 Euro kosten, wirtschaftlich nicht vertretbar. So wird der Kirchturm voraussichtlich noch in diesem Jahr abgerissen, weil der Neubau des Altenpflegeheims für Demenzkranke zuerst realisiert werden soll. In einem zweiten Bauabschnitt sind Wohnungen vorgesehen.

Im Stadtentwicklungsausschuss wurde noch einmal das Aus für den Turm bedauert. Mit den Eigentümern soll ein städtebaulicher Vertrag geschlossen werden, wie Baudezernent Ernst Kratzsch mitteilte. Das Bebauungsplanverfahren soll parallel weitergeführt werden, um für das Gesamtareal, zu dem auch der große Klostergarten gehört, Baurecht zu schaffen.

 
 

EURE FAVORITEN