Gut gemischte Kunst

Dorothe Schäfer und Sibylle Pieper posieren auf Hochständen, die sie für das "Masala-Kunstfestival" auf dem Gelände des FKT aufgestellt haben.l
Dorothe Schäfer und Sibylle Pieper posieren auf Hochständen, die sie für das "Masala-Kunstfestival" auf dem Gelände des FKT aufgestellt haben.l
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum..  Masala ist eine indische Gewürzmischung, scharf und komplex. So will auch das Masala-Kunstfestival sein, das am Samstag und Sonntag (28.+29.9.) auf dem Gelände des Freien Kunst Territoriums (FKT) gefeiert wird.

Fast 30 Künstlerinnen und Künstler sind beteiligt und sorgen für ein mit Aktionen und Performances gut gefülltes Abend- und Tagesprogramm. Zu bestaunen gibt es Tanz, Theater, Fotografie, skulpturale Arbeiten, Musik, Malerei, Poetry-Slam und Installationen. Vertreten sind viele Akteure der hiesigen Szene, aber auch internationale Gäste.

Den Auftakt macht das norwegische Künstlerduos Eidsvag und Nerhus. Am heutigen Samstag, um 19 Uhr, wird deren Beitrag „Bochumvariation“ eröffnet. Das Duo agiert dabei aus der Ferne, es versteht sich als „Kooperateur“. Nach den exakten Anweisungen der Musiker wird der Raum gestaltet, wobei sich die Künstler gern an bereits vorhandenem Material bedienen.

Später am Abend wird ab 21 Uhr Claus von Bebbern, Klangkünstler vom Niederrhein, ein experimentelles Schallplattenkonzert geben. Der 1949 geborene Künstler war mit der Künstlergruppe „Heinrich Mucken“ Teilnehmer der documenta 8.

Für den Sonntag konnte das FKT zwei bekannte Kunsthistoriker in moderierender Funktion gewinnen. Georg Mallitz, Chefkurator der Kunsthallen Rottstr.5, und Stephan Strsembski, umtriebiger Inhaber der Galerie Provinz, teilen sich den Job, in die jeweiligen Arbeiten und Performances einzuführen.

Schon im Außenbereich stößt der Betrachter auf eine skulpturale Intervention. Sibylle Pieper und Dorothee Schäfer haben die Gemeinschaftsarbeit „Wildwechsel“ auf die Wiese vor den Ateliers gesetzt. Dabei handelt es sich um vier Ansitze aus dem Jagdwesen, die nun Verwendung als Ready-Mades finden. Die Holzkonstruktionen bekommen damit einerseits skulpturalen Charakter, können aber auch im Sinne einer Rauminstallation vom Publikum benutzt werden. Das Besteigen erlaubt einen Perspektivwechsel.

Theatrale Arbeiten kommen von Günfer Cölgecen und ihrer Gruppe Freie Radikale, vom Zeitmaul-Theater und von Figurenspiel- und Sand-Künstlerin Lena Tempich. Von der Folkwang-Hochschule kommen Musiker und Tänzer, die hauseigenen FKT-Künstler öffnen ihre Ateliers, und an Essen und Trinken ist auch ganztägig gedacht.

Im nun schon dritten Jahr seines Bestehens hat sich das Masala-Festival noch einmal breiter aufgestellt und bietet als Plattform eine imponierenden Leistungsschau der freien Kulturszene.

 

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