Guinness-Buch-Weltrekord für die Hochschule

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze fährt mit dem Auto vor und präsentiert es den Sponsoren und den Teilnehmern.
NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze fährt mit dem Auto vor und präsentiert es den Sponsoren und den Teilnehmern.
Foto: WAZ Fotopool
Zur Abschlussfeier der Weltumrundung des Solar-Autos der Bochumer Fachhochschule kam nicht nur NRW-Ministerin Svenja Schulze, sondern auch die Urkunde zur Aufnahme ins Rekordbuch

Bochum. Zwei der gut 250 Gratulanten erfreuten die Hochschule Bochum bei der Feier der Weltumrundung ihres Sonnenautos SolarWorld GT besonders. Einer davon war nicht anwesend, hat aber geschrieben: Ben Backhouse von Guinness World Records, London, bestätigt den Eintrag in das Buch der Weltrekorde mit der längsten jemals mit einem Sonnenwagen gefahrenen Strecke. Vom 26. Oktober 2011 bis zum 15. Dezember 2012 hat der SolarWorld GT nur mit der Energie der Sonne 29 753 Kilometer zurückgelegt.

Die andere war die NRW-Ministerin für für Innovation, Wissenschaft und Forschung, Svenja Schulze (SPD), die im gelb-blauen Solarauto vor die BlueBox an der Lennershofstraße vorgefahren kam. Sie entstieg dem weitgereisten Zweisitzer mit amtlichem schwarzen Nummernschild BO-GT-2012 auf der Beifahrerseite und wurde vom Präsidenten der Hochschule Bochum, Prof. Martin Sternberg begrüßt.

Technikgeschichte geschrieben

Der sprach auch bei der Präsentation in der BlueBox Grußworte: „Menschen haben Träume, Ideale und Ziele. Darunter auch ein Auto, das ohne fossile Brennstoffe mit zwei Personen um die Welt fahren kann.“ Er gratulierte zuerst dem knapp 60-köpfigen studentischen Team, das das Projekt neben dem Studium gestemmt hat. Er attestierte der Gruppe „für Bochum Technikgeschichte geschrieben“ zu haben und „einen Meilenstein für die Hochschule Bochum“ gesetzt zu haben.

Ministerin Schulze nannte die Weltumrunder im Dienste der Elektromobilitätsforschung „Botschafter des Landes NRW“ und würdigte die Fahrt - „gut 150 Jahre nach Jules Verne“ - als ein Musterbeispiel für anwendungsorientierte Forschung.

Weniger Strom als ein Bügeleisen

Prof. Dr.-Ing. Friedbert Pautzke, Lehrstuhlinhaber für Elektromobilität wurde als „Vater aller Bochumer Solar-Autos“ angekündigt. Er wies vor allem auf die Wissenschaftlichkeit des hoch spektakulären Events hin. Fakten seien: 168 Fahrtage, durchschnittlich wurden dreieinhalb Stunden gefahren, die verbrauchte Energie entsprach dabei 80 Litern Benzin. Um 50 km/h zu fahren benötigt das Auto lediglich 1000 Watt - etwa soviel wie ein Haartrockner, weniger als ein Bügeleisen.

Mit der knapp zweistündigen Präsentation endete ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte der Bochumer Sonnenautos. Doch unverzüglich wurde ein neues angefangen. Erste Bilder vom „PowerCore SunCruiser“ waren zu sehen. Das neue Gefährt wird derzeit gebaut, und wird noch komfortabler: drei Personen und Kofferraum sollen im neuen Renner Platz finden. Die Präsentation des Flitzers ist für Ende Juni geplant.

 
 

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