Grundwasser in Gerthe ist stark belastet

Foto: ddp

Bochum.. Das Grundwasser im Bereich Diesel- und Daimlerstraße in Gerthe ist flächendeckend kontaminiert. Dies ist das Ergebnis einer Gefährdungsabschätzung am Altstandort der ehemaligen Chemischen Werke Lothringen.

Related content Für das Gewerbegebiet Gerthe Nord an der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel hat diese Diagnose laut Verwaltung keinerlei Auswirkungen. Dort sind u.a. Remondis und ein großer Autoverwerter zu Hause. „Punktuelle Bodenluftmessungen haben wir auf diesem Terrain bereits durchgeführt. Weiter oberirdische Untersuchungen sind also nicht notwendig“, erklärt Gerhard Zielinsky, Leiter des Umwelt- und Grünflächenamtes.

Die Ergebnisse der Grundwasser-Gefährdungsabschätzung (von der Bezirksregierung finanziell gefördert) werden jetzt im Bezirk Nord am Mittwoch und tags darauf im Umweltausschuss präsentiert. Verursacher sind die Chemischen Betriebe (1905 bis 1950). Unter anderem wurden dort eine Ammoniakdestaillation betrieben und Salpetersäure für die Kriegsindustrie produziert. Außerdem gehörten zum Standort eine Dachpappenfabrik, mehrere Gasometer und Gasbehälter, eine Teerkokerei, eine Gasreinigung, eine Imprägnieranlage, Verdampfungs- und Neutralisierungsanlagen sowie Lagerflächen für für umweltgefährdende Stoffe (wie cyanidhaltige Materialien).

Der Bereich nördlich der Daimlerstraße gilt als am schwersten belastet. Nun befürchtet die Stadt, dass auch der Bövinghauser Bach und der Gerther Mühlenbach durch die Belastung des Grundwassers gefährdet sein könnten, weil sie in Fließrichtung liegen. Zu den Kontaminationen gehören mono- und poycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, das wurde auch bereits im Bereich der Talaue des Gerther Mühlenbachs festgestellt, „die Ökotoxizität ist nachgewiesen“.

Weitere Untersuchungen

Vor dem Hintergrund dieser starken und komplexen Verunreinigungen des Grundwassers soll nun zunächst festgestellt werden, welche Auswirkungen dies auf den möglichen Abstrom des kontaminierten Grundwassers in Richtung Bövinghauser Bach haben kann und ob diese Belastungen auch in den Gerther Mühlenbach übergehen. „Den Mühlenbach haben wir vor zu renaturieren. Und bevor wir uns an die Arbeit machen, müssen wir wissen, was uns dort erwartet“, so Zielinsky.

Deshalb will die Verwaltung weitere Messstellen im Grundwasser abteufen und chemische Untersuchungen durchführen lassen.

Auch diese ergänzenden Untersuchungen sind bereits mit der Bezirksregierung in Arnsberg abgesprochen, damit festgestellt werden kann, ob eine finanzielle Förderung auch außerhalb der vorhandenen Dringlichkeitsliste möglich ist. Denn die nachfolgenden Untersuchungen, die jetzt erforderlich werden, kann die Stadt nicht aus eigener Tasche bezahlen.

 
 

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