Grundsteinlegung für 44-Millionen-Projekt an der Ruhr-Uni Bochum

Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD, Bochum), Svenja Schulze (SPD, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung in NRW) und Prof. Dr. Martina Havenith-Newen betrachten ein Modell des zu erbauenden Gebäudes an der RUB.
Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD, Bochum), Svenja Schulze (SPD, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung in NRW) und Prof. Dr. Martina Havenith-Newen betrachten ein Modell des zu erbauenden Gebäudes an der RUB.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ FotoPool
Für den Neubau ZEMOS wurde an der Ruhr-Universität Bochum jetzt der Grundstein gelegt. Das Forschungsgebäude zum Thema Lösungsmittel soll 44 Millionen Euro kosten. Zur Grundsteinlegung des Bauprojektes sind NRW-Ministerin Svenja Schulze und Bürgermeisterin Ottilie Schulz gekommen.

Bochum.. Wenn es bei der Grundsteinlegung eines Forschungsgebäudes zum Thema Lösungsmittel regnet, dann sei der Himmel mit dem Projekt. So deutete Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler das Regendesaster am Ende der N-Reihe, wo ZEMOS (Zentrum für molekulare Spektroskopie und Simulation solvensgesteuerter Prozesse) entsteht. Zur Grundsteinlegung des 44-Mio-Euro-Bauprojektes mit dem Zungenbrechernamen waren auch NRW-Ministerin Svenja Schulze und Bürgermeisterin Ottilie Scholz (beide SPD) gekommen.

„Herausragende Forschung ist zum Markenzeichen der Ruhr-Universität geworden“, sagte die Ministerin, die ein „Schmuckstück“, gebaut mit „gut angelegten Steuergeldern“ im Entstehen sah: „Es geht dabei um echte Schlüsseltechnologien. Um wirkliche Zukunftsfragen. Dabei deckt sich der innovative Forschungsansatz in vielen Punkten mit der Forschungsstrategie des Landes, Fortschritt NRW“ so die SPD-Ministerin weiter.

Prozesse noch lange nicht verstanden

Der zur Hälfte vom Land und zur Hälfte vom Bund finanzierte Bau soll 100 Forscher verschiedener Fachrichtungen beherbergen. Darunter die Wissenschaftler des Exzellenzclusters RESOLV (Ruhr Explores Solvation) von Prof. Dr. Martina Havenith, das 2012 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt wurde.

Professorin Havenith hielt an diesem Morgen die emotionalste Begrüßungsrede. Sie sprach davon, 2009 einen Traum gehabt zu haben, der nun realisiert würde. Sie wies auch auf die Relevanz der hier angesiedelten Forschung hin. Lösungsmittel seien im Kern, auf molekularer und atomarer Ebene noch nicht verstanden: „Ein tief greifendes Verständnis dieses Prozesses ist Voraussetzung dafür, gesellschaftlich relevante Schlüsseltechnologien zu entwickeln. Diese können unter anderem Umweltbelastungen vermeiden oder die Energieeffizienz verbessern“, sagte Prof. Dr. Havenith als wissenschaftliche Direktorin von Zemos. Sie zitierte auch eine interessante wissenschaftshistorische Kontinuität herbei: schließlich sei das Patent der Entkoffeinierung – auch eine auf Lösungsmitteln basierende Technologie – seinerzeit in Mülheim von Kurt Zosel entwickelt worden.

Leitthema ist Transparenz

Das Gebäude ist konzipiert als kompakter, kubischer Baukörper. Das Leitthema ist Transparenz: Mit einer modernen Glasfassade öffnet sich der Haupteingang des Forschungsbaus nach Nordosten.

Die zentrale Eingangshalle verbindet die drei Geschosse über einen großzügigen Luftraum. Innen gibt es nicht nur Büros, sondern auch Zonen für freies gemeinsames Diskutieren und Forschen.

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