Große Feier zum Todes- und Geburtstag Buddhas

Anna Ernst
Am Sonntag wurde in dem Jugendzentrum HuTown das große buddhistische Fest "Wisakabucha" gefeiert.
Am Sonntag wurde in dem Jugendzentrum HuTown das große buddhistische Fest "Wisakabucha" gefeiert.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool

Bochum. Vor der Tür standen zahlreiche Schuhpaare von Gästen aus ganz NRW. Wer den zum Gebetsraum umfunktionierten Saal betrat, tat das andächtig mit gesenktem Haupt und barfuß oder auf Socken. Die Anhänger des Theravada-Buddhismus, der ältesten noch existierenden Schule dieser Weltreligion, beteten im Schneidersitz mit gerade aneinander gelegten Handflächen. Im Jugendzentrum „Hu-Town“ am Hustadtring feierten die Gläubigen das „Visakha“-Fest.

Dieses gilt als höchstes religiöses Fest, bei dem der Geburt und des Todes des historischen Buddhas gedacht wird. Mehrere Mönche von Tempeln aus Hamburg und Bremen leiteten die Feier. Als Ehrengast reiste ein 85-jähriger Geistlicher sogar eigens aus Thailand an. Über Mikrofonen sprachen die Mönche die Sutren vor. Die rund 100 Gläubigen stimmten ein.

Knapp 11.000 Thailänder in NRW

Auf dem Flur und auf der Terrasse des Jugendzentrums duftete es derweil nach zahlreichen südostasiatischen Köstlichkeiten. „Die meisten gehören zur traditionellen thailändischen Küche“, erklärte Amnuay Dockweiler. Das Festessen sei ein wesentlicher Bestandteil der Feierlichkeiten. Mit großen Näpfen wanderten die Mönche nach dem Gebet beim Almosengang an den einzelnen Gläubigen vorbei und bekamen löffelweise Reis gereicht. Im Anschluss wurde gemeinsam gespeist.

„Etwa 11.000 Thailänder leben in Nordrhein-Westfalen“, erzählte Wilfried Stevens. Sie bilden die größte Gruppe der Anhänger des Theravada-Buddhismus, dem in ihrer Heimat knapp 94 Prozent der Bevölkerung angehören. „Es gibt hier eine große Lobby für die Kirche, eine für die Muslime – aber noch keine für die Buddhisten“, meinte Stevens. Nur etwa fünf Tempel gäbe es in NRW. „Manche Gläubige fahren deshalb bis zu 100 Kilometern weit.“

Die Visakha-Feier im Jugendzentrum war das erste große Fest der Theravada-Buddhisten in Bochum. Weitere sollen folgen. „Wir wollen einen Verein und einen Tempel gründen“, kündigte der Bochumer Sprecher Heinz-Erhard Pohle an. In den kommenden Monaten wollen die Gläubigen Kulturfeste veranstalten und Spenden sammeln.