Großbrand: Feuerwehr verärgert über Termin der Dankesfeier

Bernd Kiesewetter
Hunderte ehrenamtliche Einsatzkräfte waren neben den Hauptberuflichen am Brandort am Bochumer Bergmannsheil.
Hunderte ehrenamtliche Einsatzkräfte waren neben den Hauptberuflichen am Brandort am Bochumer Bergmannsheil.
Foto: Ingo Otto
  • Um die Dank-Veranstaltung für die Einsatzkräfte beim Bergmannsheil-Brand gibt es mächtig Ärger
  • OB Eiskirch will den Helfern am 17. November um 13.30 Uhr danken, dann arbeiten aber fast alle
  • Ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr: „Das Ehrenahmt wird mit Füßen getreten.“

Bochum. „Das ist ein Unding. Das Ehrenamt wird mit Füßen getreten.“ Karl Appelhoff, Sprecher der knapp 400 Freiwilligen Feuerwehrkräfte in Bochum, ist verärgert über die Stadt. Die will die Leistungen der Einsatzkräfte beim Großbrand im Bergmannsheil vor fünf Wochen zwar in einer Dank-Veranstaltung besonders würdigen, jedoch zu einer Uhrzeit, zu der fast alle Ehrenamtlichen gar keine Zeit haben, weil sie berufstätig sind – um 13.30 Uhr. „Da werden viele nicht kommen“, prophezeit Appelhoff. „Und auch nicht wollen.“ Ein Termin spätnachmittags oder abends wäre besser gewesen.

Ehrenamtliche müssten extra Urlaub nehmen

Oberbürgermeister Thomas Eiskirch hat die rund 380 Einsatzkräfte über ihre Organisationen für den Donnerstag, 17. November, um 13.30 Uhr ins Musikzentrum eingeladen. Bereits wenige Tage nach dem verheerenden Feuer hatte er angekündigt, sich in besonderer Weise bei allen Helfern zu bedanken, die zu der Rettung von 126 Patienten beigetragen haben. Eiskirch damals: „Man kann sich vorstellen, wieviel körperliche Anstrengung es bedeutet, die Menschen in Sicherheit zu bringen“; zumal die Helfer in ein brennendes Gebäude gegangen seien.

Am Brandort waren auch rund 140 Freiwillige Feuerwehrkräfte im Einsatz. Um die Einladung anzunehmen, müssten sie aber einen Tag Urlaub nehmen oder Überstunden machen, sagt Appelhoff. Einige Löschzüge hätten sich schon komplett oder mehrheitlich abgemeldet. Die Stadt sei auf die Uhrzeit-Problematik auch bereits vor der Terminierung hingewiesen worden, sei dann aber trotzdem „mit dem Kopf durch die Wand“ gegangen – „unfassbar“.

Kein anderer Termin zu finden

Die Stadt sagt, dass kein anderer Termin zu finden gewesen sei. Man wisse, dass nicht alle kommen könnten, hoffe aber trotzdem, dass fast alle teilnehmen. 13.30 Uhr sei auch in Abstimmung mit dem Bergmannsheil gewählt worden, auch dessen Helfern wolle man Danke sagen.