Goldhamme soll eigenen Supermarkt bekommen

Sabine Vogt
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Bochum. Wer in Goldhamme Lebensmittel des täglichen Bedarfs sucht, muss sich ins Auto setzen oder die Bahn nehmen. Die Versorgungslücke stört die Bewohner seit Jahren. Nun soll es in der Nähe des ehemaligen Krupp-Hochhauses ein Supermarkt entstehen.

Goldhamme soll nach vielen vergeblichen Anläufen nun endlich einen Nahversorger bekommen. Die Stadt will dazu einen Bebauungsplan in beschleunigtem Verfahren aufstellen. Immer wieder gab es Nutzungsanfragen für den Bereich Kohlen-/Ecke Alleestraße, zuletzt von einem Lebensmittelmarkt. Obwohl Goldhamme kein ausreichendes Angebot im Bereich der Nahversorgung hat, lässt der Masterplan Einzelhandel wegen Flächenmangels keine Ansiedlung zu. Deshalb soll nun planungsrechtlich der zentrale Versorgungsbereich Goldhamme um den Bereich an der Kohlenstraße, nördlich des leerstehenden, 13-stöckigen Thyssen-Krupp-Hochhauses, erweitert werden.

Wer in Goldhamme Lebensmittel des täglichen Bedarfs sucht, muss sich ins Auto setzen oder die Bahn nehmen. Die Versorgungslücke stört die Bewohner seit Jahren. Bei allen Angeboten im Rahmen des Stadtumbauprojekts für Griesenbruch, Goldhamme und Stahlhausen forderten die Menschen stets: „Sorgt erst einmal für einen Supermarkt.“

Im März letzten Jahres dann war die erste Hürde genommen: Im Ausschuss für Stadtentwicklung wurde der Aufstellungsbeschluss über einen Teil des Geländes der ehemaligen Kruppverwaltung gefällt. Der Standort an der Kohlenstraße nördlich des Hochhauses gilt als günstig, weil von dort der „zentrale Versorgungsbereich“ weiterentwickelt werden könne, soweit die Verwaltung. Dazu ist beabsichtigt, jenen Bereich, der an der Kreuzung Allee-/Kohlenstraße beginnt und sich die Essener Straße entlangzieht, durch neue kleine Läden als „Trittsteine“ verlängert werden hin zum neuen Nahversorger an der Kohlenstraße. In der heutigen Ausschusssitzung soll der Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden.

Auch ehemalige Bahntrasse soll überplant werden

Eine neue öffentliche Grünfläche soll angelegt werden, Fuß- und Radwege werden das Areal mit dem Westpark verbinden. Für den Standort spricht die zentrale ÖPNV-Anbindung. Auch die ehemalige Bahntrasse, die das Gelände durchzieht, soll im Zuge der Neuorientierung überplant werden.

Zwischendurch wurde auch der Vorschlag von Stadtplanern kontrovers diskutiert, in der leerstehenden Martinikirche an der Essener Straße einen Supermarkt unterzubringen nach holländischem Vorbild, zumal für das Gotteshaus seit langem eine neue Nutzung gesucht wird. Die Kirche steht unter Denkmalschutz und wird seit dem Zusammenschluss mit der evangelischen Kirchengemeinde Eppendorf nicht mehr genutzt. Mehrfache Versuche, mit der Gemeinde als Eigentümer zu einer Einzelhandelslösung zu kommen, hatten keinen Erfolg. Auch potenzielle Betreiber beurteilten diese Lösung kritisch. Zuletzt war die Kirche als Treffpunkt der im Ortsteil wohnenden verschiedenen Religionen und Nationalitäten im Gespräch.