Goldesel stehen nicht an jeder Ecke

Bei der Aktionswoche Finanzkompetenz in NRW: Linus und Emma mit Esel Funny im Westpark.
Bei der Aktionswoche Finanzkompetenz in NRW: Linus und Emma mit Esel Funny im Westpark.
Foto: Walter Fischer
Kinder sollten so früh wie möglich an den Umgang mit Geld herangeführt werden – möglichst noch im Vorschulalter. Davon ist Kirsten Wulf überzeugt. Die Wahlberlinerin war im Rahmen der Aktionswoche Finanzkompetenz NRW zu Gast im Bochumer Evangelischen Familienbildungszentrum „Hand in Hand“.

Bochum. Was kostet die Welt? Diese Frage interessiert wohl kaum ein Kind, schon gar nicht dann, wenn es friedlich an einem Eis lutschend zwischen Spielzeugen sitzt. Doch warum eigentlich sollen sich Jungen und Mädchen erst im Schulalter mit dem Thema Finanzen beschäftigen? fragte sich Kirsten Wulf, selbst zweifache Mutter – und gründete „bricklebrit: Eltern. Kinder. Geld“.

Die Wahl-Berlinerin ist fest davon überzeugt: „Eltern können gar nicht früh genug anfangen, mit ihrem Nachwuchs über das Thema zu sprechen.“ Genau das ist ihr Job, in Workshops zeigt sie, wie das Thema ganz selbstverständlich in den Alltag eingebracht werden kann – eben von klein auf. Gefördert wird die Aktion in Bochum durch das Netzwerk Finanzkompetenz NRW.

Auch Kinder erfassen Wertigkeit

Heute steht sie gemeinsam mit den Kindern des Evangelischen Familienbildungszentrums „Hand in Hand“ und deren Eltern im Westpark. Dass es in Strömen regnet, stört die Kleinen nicht, sie reiten munter auf ihren kleinen Goldeseln oder stapfen in großen Pfützen herum.

An Geld scheinen sie derzeit zwar nicht zu denken, dennoch weiß Vater Maicel Hildebrandt aus Erfahrung: Auch Zweijährige sind in der Lage, die Wertigkeit der Dinge zu erfassen. Seine Tochter Josephine ist zweieinhalb Jahre alt und bekam kürzlich ihren ersten Kaufladen geschenkt, mit Kasse und allem, was dazu gehört. „Da haben wir uns als Eltern gedacht, dass wir doch früh mit dem Thema anfangen können.“ Der Kleinen gaben sie Plastiktaler, die sie nun stets zum Einkaufen mitbekommt. „Wir sagen ihr dann: Dieses Teil kostet einen Taler, dieses dagegen drei“, erklärt Hildebrandt, der sich bereits vor dem Workshop von „bricklebrick“ mit dem Thema auseinandersetzte.

Kinder nehmen gerne Geld in die Hand

Welche Dinge brauche ich und welche dagegen wünsche ich mir? Fragen, die Kinder für sich beantworten sollen. „Die Eltern stehen in der Verantwortung, ihrem Nachwuchs den Umgang mit Geld zu vermitteln“, so Kirstin Wulf, die selbst früh anfangen musste, zu wirtschaften. Sie rät deshalb: „Redet mit euren Kindern über Geld und Konsum, denn die Werbeindustrie schläft nicht und wartet nicht, bis die Jungen und Mädchen im Schulalter sind.“

Dabei soll es keinesfalls darum gehen, den Konsum zu verteufeln. „Die Kleinen finden es toll, Geld in die Hand zu nehmen und ausgeben zu dürfen“, weiß Wulf. Sie sollen bloß verstehen, dass leider nicht an jeder Ecke ein echter Goldesel steht.

 
 

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