Gesamtschulen sind Schulen mit „BiSS“

Sprachförderung im Mathematikunterricht? Das macht Sinn, denn einer Studie aus dem Bereich der Mathematik-Didaktik an der TU Dortmund zufolge hängt der Erfolg im Fach Mathematik von der Sprachfähigkeit ab.

Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS) ist ein bundesweites Bildungsprojekt, das sich der Sprachförderung im Mathematikunterricht widmet. In diesem Zusammenhang hat sich eine Gruppe von fünf Gesamtschulen zusammengefunden, die sich die sprachliche Verbesserung im Mathematikunterricht auf die Fahnen geschrieben hat – darunter die Heinrich-Böll-Gesamtschule (HBG) und die Maria-Sibylla-Merian-Gesamtschule. Seit einem Jahr arbeiten Lehrkräfte an diesem Projekt mit, das bis Ende 2018 läuft und unter anderem durch Land und Bund gefördert wird.

Sie richten in ihrem Unterricht ein besonderes Augenmerk auf Lesen, Schreiben und Sprechen im Mathematikunterricht der Jahrgänge 7 und 8 und proben den anderen Blick auf den Unterricht, wollen wissen, wie die Informationen verarbeitet werden, wie die Schüler auf die Sprache des Lehrers reagieren, da dort häufig Verständnisschwierigkeiten entstehen. „Wir analysieren den Mathematikunterricht und suchen nach Verbesserungsmöglichkeiten“, sagt Sven Petersen, der Vorsitzende der Fachkonferenz Mathematik an der HBG. Einzelne Unterrichtssequenzen werden per Video aufgezeichnet. Im Anschluss wird ausgewertet, an welchen Stellen des Unterrichts sprachbezogene Probleme auftreten und welche Impulse zur Sprachförderung und somit zum Erwerb der mathematischen Kompetenzen erforderlich sind.

Auch das Alice-Salomon-Berufskolleg beteiligt sich an „BiSS“. Hier geht es um die Integration von Seiteneinsteigern in die Sekundarstufe II. Es ist ein Entwicklungsprojekt zur Erst- und Anschlussförderung im Berufskolleg. Im Verbund entwickeln zwölf Berufskollegs gemeinsam mit der Uni Duisburg-Essen Verfahren, um Seiteneinsteiger bei der Integration ins deutsche Bildungssystem zu unterstützen.

EURE FAVORITEN