Wegen des Sturms – Besucherschwund im Nordwestbad

Jonas Erlenkämper
Die Schildkröte ist neu. Luise (5) freut’s.
Die Schildkröte ist neu. Luise (5) freut’s.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ-Fotopool
Wegen der Sturmschäden kommen deutlich weniger Badegäste ins Freibad nach Hofstede. Ein schneller abtransport der abgeknickten Bäume ist nicht in Sicht. Die Stadt modernisiert derweil das Bad – solange ist der Hallenbereich geschlossen.

Hofstede. Der verheerende Pfingststurm Ela hat im Freibad an der Stettiner Straße zu einem Einbruch der Besucherzahlen geführt. Zwischen Mai und Juli kamen lediglich 2100 Badegäste – im gleichen Zeitraum 2013 waren es 18 000. „Die Folgen des Sturms sind deutlich spürbar“, sagt Klaus Retsch, Leiter des städtischen Sport- und Bäderamts, zur WAZ. Nach wie vor ist ein Teil der Liegewiese gesperrt. Die abgeknickten Bäume sollen „sukzessive“ weggeräumt werden, so Retsch: „Es besteht keine Gefahr, sondern sieht nur unschön aus.“

Derweil schreitet die Umgestaltung des Bades voran. Die Stadt modernisiert die Anlage pilotweise – in den kommenden Jahren sollen auch die Bäder in Langendreer, Linden und Höntrop einen frischen Anstrich bekommen. Wann genau, ist jedoch abhängig von der Haushaltslage. In Hofstede umfasst die Modernisierung einen aufgefrischten Eingangsbereich in freundlichen Farben und mit neuen Pflanzen davor sowie aufgehübschte Umkleidekabinen und Duschen. Im Kinderbecken wurde nun ein neues Spielgerät, eine „spritzende Schildkröte“, installiert.

"Wenig Aufwand, große Wirkung"

Zudem plant das Amt, die Cafeteria im Gebäude wieder in Betrieb zu nehmen. Laut Badleiter Armin Pfitzke steht die seit knapp zwei Jahren leer, nun suchen die Verantwortlichen einen neuen Pächter. In der Cafeteria soll es kalte und warme Getränke sowie Fingerfood geben. „Das wäre ein echter Markt“, so Retsch, denn: „In der ganzen Siedlung kann man nicht mal ein Brötchen kaufen. Und wer läuft schon bis ins Hannibal-Centrum?“

Die Bochumer Bäderlandschaft wurde in den letzten Jahren ausgedünnt. Erst schloss das Hallenfreibad Nord in Gerthe, dann das Stadtbad an der Massenbergstraße. „Die Bäder, die wir noch haben, müssen wir attraktiv machen“, sagt Retsch. Dies geschehe mit Blick auf die angespannte Finanzsituation nach dem Prinzip „Wenig Aufwand, große Wirkung“.

Der Stadt schwebt eine sogenannte Corporate Identity vor, also ein einheitliches Erscheinungsbild aller städtischen Bäder. Dazu gehört die Ausrichtung auf Kinder und Familien. „Wir wollen keine Spaßbäder.“ Die Modernisierung in Hofstede kostet 800.000 Euro. Die Arbeiten sollen bis September dauern, solange ist der Hallenbereich geschlossen. „Natürlich sind die Bürger knatschig darüber“, so Retsch.