„Haus Mausbeck“ feiert Renaissance

Christian Schnaubelt

Gerthe. Es gehört fest zur Geschichte des Stadtteils: Das „Haus Mausbeck“. Das Gasthaus am Kornweg wird auf Initiative von Otto und Karola Nadrowski neu entstehen und dabei den Fachwerkstil aus dem Jahr 1714 beibehalten – „Es soll etwas Besonderes entstehen“.

Lange Zeit war es eine Ruine, die vielen Gerthern und der Bezirksvertretung ein Dorn im Auge war. Doch seit einigen Wochen haben Bauarbeiten am Kornweg begonnen und die Reste des abgebrannten Fachwerkhauses wurden entfernt. Im Gespräch stellte Otto Nadrowski, Geschäftsführer des BEB-Stahlhandels von der Josef-Baumann-Straße, die Planung vor, die traditionelle Gaststätte im Norden „aus den Ruinen“ wiederaufstehen zu lassen. Gemeinsam mit dem Planungsbüro Rudolf Porzky soll das einstige Fachwerkhaus „im alten Stil“ wiedererrichtet werden. Dabei zeigen sich Bauherr und Architekt erfreut, dass Teile des denkmalgeschützten Gebäudes „gerettet“ werden und nun beim Wiederaufbau „integriert“ werden können. Dazu gehört auch die Inschrift über dem alten Eingangstor aus dem Jahr 1714: „Deus pro nobis – Gott segnet den Frommen ihre Güter und wenn die Zeit kommt gedeyen sie bald. Diederich Wilhelm Mausbeck und Elisabeth Dickmann Eheleute, Anno 1714 den 19. Mai.“

Nach zweijähriger Planungszeit liegt nun die Baugenehmigung vor und es kommt nach acht Jahren des Brachliegens nun „neues Leben“ auf dem Grundstück, freut sich Otto Nadrowski. Nadrowski sucht derzeit einen neuen Pächter, der neben der Gastwirtschaft auch die renovierte Veranstaltungsscheune betreiben soll. Wenn alles bautechnisch klappt, soll bereits Ende dieses Jahres der Restaurant-Betrieb bis 22 Uhr aufgenommen werden.

Dazu soll es eine „gehobene gutbürgerliche Küche mit Mittagstisch“ geben, freut sich Otto Nadrowski, der auch die (Lärm-) Belastung für die Anwohner so gut es geht begrenzen will. „Wir wollen zeigen, dass es auch anders geht“, betont Nadrowski und hofft, dass sich das „Haus Mausbeck“ wieder zum Ausflugsziel am städtischen Wanderweg entwickeln wird. Dazu werden auch ein Biergarten mit 40 Plätzen und die Scheune für Veranstaltungen mit bis zu 120 Personen zur Verfügung stehen.

„Die Ruine war war nicht mehr zu retten“, betont Dipl. Ing. Rudolf Porzky. Dennoch wolle man bei der Wiedererrichtung die Altsubstanz so gut es geht erhalten und den „ursprünglichen Charakter“ des Hauses als „niederdeutsches Hallenhaus“ im Vierständerbau erhalten. Eine baugeschichtliche Bewertung weist einerseits auf die Bedeutung der Jahrhunderte alten Linde sowie eines Grabsteines womöglich aus dem 15. Jahrhundert hin. Dazu kommt, dass die Natursteinplatten und Steintröge noch im Original erhalten sind. „Es soll etwas Besonderes im alten Gut Mausbeck entstehen“, hofft Otto Nadrowski, der auf Unterstützung aus der Politik und der Bevölkerung setzt.