Gericht hält Affäre eines Psychologen für nicht strafbar

Das Landgericht Bochum hat einen Diplom-Psychologen vom Hauptvorwurf freigesprochen.
Das Landgericht Bochum hat einen Diplom-Psychologen vom Hauptvorwurf freigesprochen.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Ein Psychologe (35) ist nach einer Liebesaffäre mit der Mutter einer Patientin vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen worden.

Bochum.. Nach der Liebesaffäre mit der Mutter (49) einer Patientin (15) ist am Dienstag ein Bochumer Diplom-Psychologe (35) vom Landgericht vom Hauptvorwurf freigesprochen worden. Eine Oberstaatsanwältin stuft die Affäre als sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs- oder Betreuungsverhältnisses ein. Sie forderte Haft auf Bewährung. Dem folgte die 8. Strafkammer aber nicht.

Der Angeklagte hatte im Jahr 2014 als therapeutischer Leiter einer Bochumer Praxis eine 15-Jährige wegen einer autistischen Störung behandelt. Deren Mutter begleitete sie zu den Terminen. Dabei verliebten sich der Psychologe und die Frau und tauschten nach Überzeugung des Gerichts auch intime Zärtlichkeiten aus. Die Frau war ebenfalls von einer autistischen Störung betroffen, war aber nicht Patientin des Mannes. Trotzdem hielt die Anklägerin dieses Liebesverhältnis für strafbar.

Geldstrafe auf Bewährung

Für schuldig hielt sie den Angeklagten auch wegen Geheimnisverrates. In diesem Punkt schloss sich das Gericht ihr an. Der Mann hatte seiner damaligen Geliebten indirekt mitgeteilt, dass sich ihr Ehemann an ihn gewandt hatte, weil er wegen der Untreue seiner Frau Redebedarf mit einem Psychologen hatte. Bei seiner Anfrage hatte er jedoch nicht gewusst, dass – ausgerechnet – dieser Psychologe derjenige war, mit dem ihn seine Frau betrug. Das Landgericht verhängte wegen des Geheimnisverrates eine Geldstrafe auf Bewährung („Verwarnung mit Strafvorbehalt“) in Höhe von 3000 Euro (60 Tagessätze). Die Oberstaatsanwältin wollte sieben Monate Haft auf Bewährung.

 
 

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