Geocaching - Schatzsucher wurden Müllsammler

Auch Daniela Brodsen-Möller,
Auch Daniela Brodsen-Möller,
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Um den Kemnader See haben sich 222 "Geocacher“ zum Frühjahrsputz versammelt. Sie holten insgesamt zehn Kubikmeter Unrat aus der Natur.

Bochum.. „Leg dich nicht mit einem Geocacher an. Er kennt Orte, an denen dich niemand finden kann“, prangt in Großbuchstaben auf der Heckscheibe eines Autos auf dem Parkplatz am Kemnader See. Frank Zietek hält sein Smartphone vor den Strichcode auf der Rückseite des Wagens. „So kann ich direkt Punkte sammeln“, erklärt Zietek und arbeitet sich von einem Wagen zum nächsten weiter, das Smartphone immer einsatzbereit. „Ohne Handy geht hier nichts“, so der Geocacher. Mit Handschuhen, Greifer und einem blauen Müllsack ausgerüstet macht sich Zietek schließlich auf dem Weg zum See.

Denn trotz des beginnenden Nieselregens haben sich am Kemnader See in Witten 222 Geocacher zusammengefunden, um das Gebiet um den See von Müllresten zu befreien. Bereits zum dritten Mal findet das CITO-Event in Zusammenarbeit mit dem Freizeitzentrum Kemnade statt. Das Motto lautete „Cache in Trash Out“; was übersetzt so viel heißt wie: Schatzsuche und nebenbei draußen Müllsammeln. Die Organisatoren hatten extra für die Veranstaltung rund um den See drei neue Geocaches (Schätze) versteckt.

„Wir wollen zeigen, dass wir der Natur etwas zurückgeben“

„Geocacher sind im Prinzip moderne Schnitzeljäger“, erklärt Tim Friedrich, der den Teilnehmern am Cach-Stand kleine Helfer für die Suche verkauft. Ausgestattet mit einem GPS-Empfänger und den Koordinaten eines „Schatzes“ aus dem Internet können die Geocacher die kleinen Schätze finden, die andere Teilnehmer meistens an ungewöhnlichen Plätzen versteckt haben. „So lernt man auch ‚Lost Places‘ kennen und entdeckt immer wieder neue Ecken“, erklärt Stefan aus Unna die Faszination für sein Hobby.

„Bei dem Frühjahrsputz können wir die Suche nach Caches mit dem Müllsammeln verbinden und so auch etwas Gutes für die Natur tun“, freut sich auch Marie Hademann. Die 27-Jährige ist schon zum dritten Mal dabei und hat auch nach dem Sturm Ela geholfen, die Wälder aufzuräumen. Dabei werden Geocacher oft dem Vorurteil ausgesetzt, die Natur mit den „Schatzsuchen“ abseits der Wanderwege zu schädigen. „Gerade mit solchen Aktionen wollen wir zeigen, dass wir der Natur auch etwas zurückgeben“, sagt Marie Hademann.

Müll sammeln trotz Regen

Aus dem Nieselregen ist mittlerweile ein starker Regenschauer geworden. Doch die Cacher lassen sich von dem schlechten Wetter nicht abhalten und sammeln fleißig weiter Müll auf. Frank Zietek findet mit seiner Gruppe im strömenden Regen endlich auch einen der versteckten Schätze. „Da macht das Müllsammeln gleich noch mehr Spaß“, freut sich der Geocacher.

Trotz des Regens sind, wie schon im vergangenen Jahr, wieder zehn Kubikmeter Müll zusammengekommen. „Da war alles dabei, von der Gasflasche bis zum Autoreifen“, berichtet Mitorganisator Mario Fuchs.

EURE FAVORITEN