Gemeinsam gegen Rechts

Kundgebung von Pro NRW gegen Asylbewerber und Gegendemonstration von Bündnis gegen Rechts in unmittelbarer nähe des Asylbewerbeheims an der ehemaligen Hollandschule Fröbelstraße.
Kundgebung von Pro NRW gegen Asylbewerber und Gegendemonstration von Bündnis gegen Rechts in unmittelbarer nähe des Asylbewerbeheims an der ehemaligen Hollandschule Fröbelstraße.
Foto: WAZ FotoPool/Pollkläsener

Bochum. Menschen stehen auf gegen Ausländerfeindlichkeit, gegen Rechtsextremismus. Auch bei Schmuddelwetter. Am Samstag hatte sich die rechtsextreme Partei „Pro NRW“ angekündigt, vor der Hollandschule in Wattenscheid-Leithe gegen die dort derzeit untergebrachten Asylbewerber-Familien aufzumarschieren. Schon im Vorfeld stand fest, dass Gegendemonstrationen zu erwarten sind. Angemeldet hatten sich die Soziale Liste, Bündnis 90/Die Grünen und die Piraten. Angeschlossen haben sich nach Polizeischätzung rund 250 Menschen anderer Volksparteien, Gruppierungen und Bürger.

Rechts-Aktivisten fanden Weg nicht

Hohes Polizeiaufgebot in Leithe rings um die Fröbelstraße. Einsatzkräfte aus Bochum, Recklinghausen und Aachen sicherten mit Autos, Krädern und viel Personal die Straße an der Hollandschule von beiden Zugangsseiten ab.

Ab 10 Uhr wurde die Gruppierung von Pro NRW erwartet. Angemeldet war deren Kundgebung in der Zeit zwischen 10 und 14 Uhr mit einer Stärke von 20 bis 50 Personen. Schon gegen 9.30 Uhr bezogen die Gegendemonstranten friedlich ihre von der Polizei zugewiesenen Plätze. Mit Gesängen, Sprechchören gegen Rechts, live- und Playback-Einlagen des Jugendkulturprojekts „X-Vision“, mit Gitarren, mit Friedensmusik in Ska- und Reggaeklängen über Lautsprecher machten die Gruppen mobil.

Politiker, ob Serdar Yüksel (SPD/MdL), Bezirksbürgermeister Hans Balbach oder Simone Brand, Mitglied des Landtags der Piraten, erklärten – stellvertretend für alle Demonstranten – ihre Solidarität.

Nach einer Stunde verschwanden sie wieder

„Pro NRW“ ließ lange auf sich warten, hatte sich verfahren, den Weg nach Wattenscheid nicht gefunden, war von der Polizei zu erfahren. Es hieß, sie kämen in zwei Kleinbussen mit je neun Plätzen. Schließlich, gegen kurz vor 12 Uhr fuhren sie ein, mit einem Kleinbus und mehreren Pkw mit Autokennzeichen aus Ennepetal, Wiesbaden, Hamburg, Heidelberg und Bielefeld. Die Demonstranten trotzen dem kalten Regenwetter, riefen lautstark gegen die etwa 35 (Schätzung der Polizei) Rechten an. Diese durften sich, räumlich abgegrenzt, gegenüber der Hollandschule aufstellen und ihre Kundgebung durchführen. Nach etwa einer Stunde, kurz nach 13 Uhr, verschwanden sie über die Krayer Straße zur nächsten Kundgebung.

„Alles ist friedlich verlaufen“, bestätigte Polizeisprecher Guido Meng. Ein Demonstrant habe ein „Pro NRW“-Auto blockieren wollen, musste kurzzeitig in Gewahrsam genommen werden.

 
 

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