Geldsegen für die JeKi-Stiftung

Jürgen Boebers-Süßmann
Schon die Kleinsten musizieren. Foto: Marquad
Schon die Kleinsten musizieren. Foto: Marquad
Foto: WAZ FotoPool

Bochum.  Landesmittel in Höhe von 8,1 Millionen Euro hat jetzt die Bezirksregierung für die in Bochum ansässige Stiftung „Jedem Kind ein Instrument“ (JeKi) bewilligt.

Ziel der musikpädagogischen Initiative ist es, allen Erstklässler im Ruhrgebiet und in Pilotprojekten außerhalb des Ruhrgebiets die Möglichkeit zu geben, ein Musikinstrument zu erlernen. Das Programm ist vor fast zehn Jahren federführend an der Bochumer Musikschule unter der Leitung von Manfred Grunenberg entwickelt worden.

Erfolgreich exportiert

JeKi ergänzt den schulischen Musikunterricht und wendet sich explizit an alle Grundschulkinder, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem sozialen Umfeld. Die Resonanz ist ungewöhnlich groß – über 60 000 Schüler/innen machen mit, über 4000 Instrumente umfasst das musikalische Arsenal. Bemerkenswert: JeKi wirkt auch über das Ruhrgebiet hinaus. Seit zwei Jahren läuft JeKi zum Beispiel in der Großstadt Hamilton im kanadischen Bundesstaat Ontario. Inspiriert von der Bildungsinitiative im Ruhrgebiet, startete das Hamilton Music Collective „An Instrument for Every Child“ an einer Grundschule. Langfristiges Ziel ist es, „An Instrument for Every Child“ in ganz Hamilton anzubieten und es dem Ruhrgebietsprogramm gleich zu tun: Alle Grundschulkinder – von der ersten bis zur vierten Klasse – sollen ein Musikinstrument erlernen können.

Hierzulande ist seit dem letzten Schuljahr 2011/12 das Land alleiniger Förderer von JeKi. Beteiligten sich im Anfangsjahr 2007/2008 34 Musikschulen und 219 Grundschulen mit insgesamt 7065 Erstklässlern, so waren es im Schuljahr 2011/2012 bereits 56 Musikschulen, 659 Grundschulen und 27 Förderschulen mit insgesamt 60 719 Schülerinnen und Schülern der Klassen eins bis vier. Mindestens 16 verschiedene Instrumente lernen die Kinder bereits im ersten Schuljahr kennen. Sie probieren die Instrumente spielerisch aus und bauen einige auch nach, um die Prinzipien der Tonerzeugung verstehen zu können. Übungen zu Takt und Rhythmus stehen ebenso auf dem Programm wie das gemeinsame Singen und Tanzen. Das Spiel auf ihrem zuvor selbst ausgewählten Musikinstrument erlernen die Kids dann ab dem zweiten Schuljahr.